SPD: Vizelandrätin Selbert soll 2015 ohne Mitbewerber wiedergewählt werden

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Wiederwahl ohne Gegner? Die SPD will bei Vizelandrätin Susanne Selbert auf Nummer sicher gehen. Archivfoto: Wienecke

Kreis Kassel. Schon Anfang des Jahres haben Uwe Schmidt und Susanne Selbert (beide SPD) ihren Hut in den Ring geworfen: Schmidt will 2015 wieder Landrat werden und Selbert als seine Stellvertreterin weitermachen. Doch das jeweilige Procedere für eine Wiederwahl auf sechs Jahre ist unterschiedlich.

Bei Landrat Schmidt ist wahltechnisch bereits alles in trockenen Tüchern. Er muss sich bei der Direktwahl am 25. Januar 2015 dem Votum der Landkreisbewohner stellen. Mit Patrick Weilbach (Baunatal) von der CDU gibt es bislang einen Gegenkandidaten. Weitere Kandidaten können sich bis zum 20. November bewerben. An diesem Tag läuft nach Auskunft von Kreissprecher Harald Kühlborn die Frist ab.

Erreicht keiner der Bewerber im ersten Durchgang der Direktwahl 50 Prozent der Stimmen, findet am 8. Februar 2015 eine Stichwahl statt.

Bei Vizelandrätin Selbert wollen die Sozialdemokraten im Kreistag dagegen frühzeitig sicherstellen, dass die Juristin bei der Wahl keine Konkurrenz bekommt. Anders als der Landrat muss sich seine Stellvertreterin nicht dem Votum der Wähler stellen. Darüber, ob sie weitere sechs Jahre ihren Job machen darf, entscheiden allein die 81 Mitglieder des Kreistages.

Das Problem dabei ist: Die SPD hat im Kreistag keine Mehrheit. Sie ist bei dem Wiederwahlantrag - und später natürlich auch bei der eigentlichen Wahl - auf Stimmen aus den anderen Parteien angewiesen. Im Fokus der Genossen dürften dabei vor allem die Grünen stehen.

Nach der HGO könnte Selbert bereits im Januar 2015 wiedergewählt werden, ein halbes Jahr vor dem Ablauf ihrer Amtszeit. Und was passiert, wenn Selbert im Kreistag durchfällt, also bei der Wahl nicht mindestens 50 Prozent der Stimmen erhält? Dazu Kreissprecher Kühlborn: „Dann müsste die Stelle ausgeschrieben werden.“

Von Peter Ketteritzsch 

Zur Person 

Susanne Selbert ist seit 2009 Vizelandrätin des Landkreises Kassel. Die 53-jährige Mutter zweier Kinder studierte in Göttingen und Straßburg Rechtswissenschaften. Seit 1992 arbeitet die Sozialdemokratin beim Landkreis Kassel, davor war sie als Rechtsanwältin tätig und später als Dezernentin für Umwelt beim Regierungspräsidium Kassel. Im Kreishaus ist die Erste Beigeordnete unter anderem zuständig für Jugend, Umwelt, Soziales und Kultur. Susanne Selbert ist die Enkelin der Kasseler SPD-Politikerin Elisabeth Selbert. Als Mitglied des Parlamentarischen Rates sorgte sie dafür, dass die Gleichberechtigung von Mann und Frau im Grundgesetz verankert wurde. (ket)

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