Polarlichter in der Nacht zu Samstag - Rätsel um andere Objekte

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Spektakel am Himmel: Amateur-Astronom Ralf Gerstheimer fotografierte in Dörnberg in Blickrichtung Zierenberg Polarlichter am Himmel. Das kleine Bild zeigt das Gebiet auf der Sonne, aus dem der für das Polarlicht verantwortliche Ausbruch kam.

Kaufungen/Dörnberg. „Es waren helle Lichter, etwa vierzig Stück, die in gleicher Höhe und gleicher Geschwindigkeit von Süden nach Norden gezogen sind“, berichtet ein HNA-Leser aus Kaufungen über das, was er in der Nacht zu Freitag am Himmel beobachtet hat.

Zwischen 0.10 und 0.45 Uhr habe er die hellen Lichter gesehen, die in kleinen Gruppen am Himmel aufgetaucht und langsam in Richtung Norden geflogen seien.

Animation zum aktuellen Massenaufwurf der Sonne

Chinesische Himmelslaternen, die gern von Festgesellschaften in den Himmel geschickt werden, aber in Hessen verboten sind, schließt der Leser aus - das habe er mit seinem Fernglas überprüft. „Es war ein helles, weißes Licht mit einem ovalen Schimmer. Es ist mir unerklärlich“, erzählt er.

Auch dass es Flugzeuge gewesen sein könnten, schließt er aus: Es habe keine Flug- oder Motorengeräusche gegeben. Ein HNA-Leser aus Lohfelden hat gegen 24 Uhr in derselben Nacht auch ein helles Lichtobjekt gesehen. „Es war von der Größe wie ein Fußball, der hell strahlte“, berichtet er. „Man hat gedacht, ein Ufo kommt“, sagt er und lacht.

Der Deutschen Flugsicherung lagen keine Informationen zu sonderbaren Ereignissen in der Nacht zu Freitag vor, teilte deren Sprecherin Kristina Kelek auf Anfrage unserer Zeitung mit. Dasselbe meldete der Flughafen Calden.

Spektakel am Himmel: Polarlichter über dem Dörnberg

Auch bei der Polizei sind keine Meldungen über außergewöhnliche Lichter eingegangen, sagt Polizeisprecherin Sabine Knöll.

Der Ufo-Experte Christian Czech aus Holzminden hat sich mit den Beobachtungen des HNA-Lesers befasst. „Eine außerirdische Komponente sehe ich hier nicht“, sagt er. Wichtig wäre, dass sich Zeugen melden, die ähnliches beobachtet haben. „In Kiel gab es am 30. Juli eine ähnliche Sichtung“, berichtet er. Auch da sei der Auslöser noch nicht bekannt.

Eine Möglichkeit wäre, dass jemand LED-Ballone in den Himmel geschickt hat. „Das sind weiße oder bunte Latexballone, in denen ein LED und eine Batterie verbaut sind. Die Ballone werden mit Helium geladen, damit sie fliegen.“

Doch aufgrund der hohen Kosten schließt der Ufo-Experte eher aus, dass es sich bei den unbekannten Objekten um solche Ballone handelte. Allein die Kosten für das Helium würden dafür auf 2000 Euro kommen. „Ob sich das wohl jemand angetan hat?“, zweifelt Czech.

Auch in der Nacht zu Samstag gab es ein außergewöhnliches Phänomen am Himmel. „Nach mehreren Jahren waren erstmals wieder Polarlichter zu sehen“, berichtet Amateur-Astronom Ralf Gerstheimer, der die private Sternwarte in Habichtswald betreibt.

Einen Zusammenhang zwischen den gesichteten Objekten von Freitagnacht und mit den Polarlichtern, schließt er aus. „Die Polarlichter waren mit bloßem Auge kaum zu erkennen“, sagt Gerstheimer.

Wenn die Sonnenteilchen auf die Erdamtosphäre treffen, erzeugen sie Lichterscheinungen in Form von Polarlichtern. Der Himmel verfärbt sich dann. Der HNA-Leser aus Kaufungen hatte aber helle, einzelne Objekte gesehen.

Das Besondere an den Polarlichtern war, dass sie bis nach Deutschland reichten. „Üblicherweise sind die Erscheinungen nur im hohen Norden sichtbar“, erklärt Gerstheimer.

Stichwort: Polarlichter

Ursache für die Polarlichter waren koronaleMassenauswürfe der Sonne am 4. August, erklärt Ralf Gerstheimer. Diese Wolken aus geladenen Teilchen wurden von der Sonne ausgeschleudert, rasten mit über 600 km/s auf die Erde zu und trafen am Freitagabend/Samstagmorgen auf das Magnetfeld der Erde, wo sie dann Lichterscheinungen in Form von Polarlichtern erzeugten.

Hintergrund: Sammlung ungewöhnlicher Phänomene

Die UFO-Datenbank ist ein Zentralarchiv für UFO-Sichtungen, an dem die deutschen UFO-Vereine beteiligt sind.

Sie stellt eine Datensammlung über das UFO-Phänomen dar und ist für jedermann im Internet recherchierbar. Momentan befinden sich etwa 10 000 Datensätze in der Datenbank. Die Datenbank wird kontinuierlich erweitert. Jeder hat die Möglichkeit über ein Meldeformular ungewöhnliche Erscheinungen am Himmel zu melden.

Eröffnet wurde sie am 01. Februar 2007 und hatte seitdem über 160 000 Besucher. Wöchentlich gehen etwa zehn neue UFO-Meldungen bei ihr ein, berichtet Christian Czech. Die UFO-Datenbank ist im europäischen Raum die Einzigste ihrer Art. www.ufo-datenbank.de

Von Jessica Bassing

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