Untersuchung von Feuerwehrleuten kostet anderswo 90 Euro – Angebot innerhalb Ehrenamts-Kampagne

VW spendiert Konditionstest

+
Auf dem Ergometer: Andreas Barsukow (links), Mitarbeiter des VW-Gesundheitswesens, seine Kollegin Birgit Orth als weitere medizinische Fachkraft und Chef Prof. Dr. Reinhard Nöring zeigen, wie eine arbeitsmedizinische Untersuchung beginnt. Barsukow engagiert sich auch ehrenamtlich, er ist Rettungsassistent beim ASB.

Baunatal. 90 Euro kostet es, wenn ein freiwilliger Feuerwehrmann arbeitsmedizinisch untersucht wird, um seine Eignung als Atemschutzträger nachzuweisen. VW-Mitarbeiter können neuerdings diese Untersuchung kostenlos im Unternehmen absolvieren.

Das Angebot gehört zur Kampagne „Pro Ehrenamt“ des Konzerns, die seit einigen Jahren Engagement für die Allgemeinheit unterstützt.

300 bis 500 VW-Beschäftigte in Baunatal dürften ehrenamtlich in Feuerwehren aktiv sein, so schätzt Peter Nückel, Leiter der Werksicherheit, zu der auch der Brandschutz gehört. Die Hälfte dieser Lebensretter dürfte Atemschutzträger sein. Exakt erhoben worden sei das bisher nicht.

25 dieser Brandschützer wurden zusätzlich von VW geschult, damit sie bei Bedarf im Ernstfall die 47-köpfige Werksfeuerwehr als nebenamtliche Kräfte unterstützen können. „Dabei bauen wir auf dem Basiswissen aus den ehrenamtlichen Feuerwehren auf“, sagt Nückel.

O-Ton: Peter Nückel, Leiter der Werksicherheit

Auch Baunatals Stadtbrandinspektor Dirk Wicke und dessen Stellvertreter Hubertus Deventer arbeiten im Hauptberuf bei Volkswagen. Sie allerdings gehören nicht zu den nebenamtlichen Feuerwehrleuten von VW. Aus gutem Grund: Bei einem großen Brand, bei einem Unglücks- oder Schadensfall wird die Baunataler Feuerwehr noch vor der Kasseler Berufsfeuerwehr als Erste nachalarmiert, wenn das VW-eigene Personal nicht ausreichen sollte. Dann müssen sich Wicke und Deventer um den Einsatz der eigenen Leute kümmern.

VW will allerdings derzeit keine zusätzlichen Feuerwehrmänner und -frauen für den nebenamtlichen Dienst im Werk gewinnen. Nückel: „Wir haben die Kräfte, die wir brauchen.“ Vielmehr gehe es um eine Wertschätzung gemeinnützigen Engagements, so formuliert es Ralf Thomas, in Wolfsburg Leiter der Initiative „Pro Ehrenamt“, in einer Pressemitteilung. Das bedeute Anerkennung und Motivation – und letztlich natürlich zufriedene Mitarbeiter. Volkswagen entlaste ferner die Kommunen, die sonst für die Kosten der Prüfung ihrer Feuerwehrleute aufkommen müssten, und erspare den Betroffenen Zeitaufwand. Der Konditionstest dauert mindestens eine Stunde. Bei VW ist er während der Arbeitszeit möglich.

Ausdauer

„Die Untersuchung ist sehr anstrengend“, erläutert Prof. Dr. Reinhard Nöring, Leitender Werkarzt und Chef des VW-Gesundheitswesens. Die geforderte körperliche Leistung sei nur mit regelmäßigem Training zu erreichen. „Man muss fit wie ein Langstreckenläufer oder ein Radsportler sein“, sagt Nöring und fährt fort: „Ausdauersportler haben keine Probleme.“ Nückel ergänzt: „Wer regelmäßig fünf bis zehn Kilometer läuft, der schafft das.“

Bisher haben jedoch höchstens zehn Beschäftigte von VW in Baunatal das Untersuchungsangebot genutzt, sagt Nöring. Allerdings habe man es auch nicht beworben. Aber das Gesundheitswesen freue sich über Nachfrage.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.