Sperrung wegen Ausbau der Bergshäuser Straße in Lohfelden – Anwohner beklagen Behinderungen

Sperrung wegen Ausbau der Bergshäuser Straße: Verärgerung über lange Wege

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Am Salzpfad: Wegen der Straßenerneuerung ist die Bergshäuser Straße noch bis Oktober bis zur Bachstraße gesperrt.

Lohfelden. „Über diese Brücke geht meine Tochter nicht“, sagt Heike Brede. Die 50-jährige Anwohnerin der Rosenstraße gerät in Rage, wenn sie über die Schwierigkeiten spricht, mit denen sie und weitere Anwohner durch die Straßenbauarbeiten an der Bergshäuser Straße in Lohfelden zu kämpfen haben.

Die dem Land Hessen gehörende Straße zwischen Lohfelden und Bergshausen wird seit 14 Tagen in mehreren Bauabschnitten grundlegend erneuert und bleibt voraussichtlich bis November für den Durchgangsverkehr gesperrt.

„Wenn ich mit dem Auto ins Ortszentrum fahren will, brauche ich durch den Umweg über das Industriegebiet mehr als 30 Minuten.“ Besonders verärgert seien viele Anwohner aus dem Wohngebiet Rosenstraße / Salzpfad, dass die KVG-Busse jetzt jenseits der Autobahn halten, sagt Heike Brede. Betroffen seien vor allem Schulkinder, die auf dem 2,5 Kilometer langen Weg bis zur Ersatzhaltestelle auch die für Fußgänger und Radfahrer gefährliche Autobahnbrücke am Rasthaus Kassel überqueren müssen.

Diese Brücke verfügt seit ihrer Sanierung vor drei Jahren über einen separaten Geh- und Radweg, der aber noch nicht an das bestehende Wegenetz angeschlossen ist.

Darüber ärgert sich auch Radlerin Margit Müller (73) aus der Berghäuser Straße, die täglich mit dem Zweirad unterwegs ist und auf der stark befahrenen Brücke immer wieder brenzlige Situationen überstehen muss.

„Wir sind gezwungen, unsere Kinder auf dem langen Weg selbst in die Schule zu fahren oder sie zur Bushaltestelle am Gazeley-Hallen-Neubau zu bringen.“ Hier liefen aber viele „undurchsichtige Gestalten“ herum, meint Heike Brede. Sie verstehe ohnehin nicht, warum die Ersatzhaltestelle nicht an den neuen Kreisel unterhalb der Gärtnereien verlegt werde. Von dort führe ein Fußweg zur Rosenstraße.

Die Kasseler Verkehrsbetriebe lehnen den Vorschlag der besorgten Mutter ab: Man könne die Fahrzeiten nicht noch mehr ausdehnen, sagt KVG-Pressesprecherin Heidi Hamdad auf Nachfrage.

Die Anwohner müssen wohl bis November weiter mit den Einschränkungen durch die Straßensanierung leben. Denn mit einem Anschluss des Fuß- und Radweges auf der A 7-Brücke oder baulichen Zwischenlösungen ist nicht zu rechnen.

„Wir unterstützen den Weiterbau von unserer Seite aus“, sagte der Fuldabrücker Bürgermeister Dieter Lengemann.

Auch der Zweckverband Raum Kassel habe ein „hohes Interesse am Netzschluss zwischen dem Güterverkehrszentrum und der Autobahnbrücke“, sagt Planungsleiter Henrik Krieger.

Erst in einigen Jahren

Die Gemeinde Lohfelden will den Fuß- und Radweg jedoch erst weiterführen, wenn die Tank- und Rastanlage erweitert wird. Bis dahin dürften noch einige Jahre ins Land gehen.

„Interimslösungen sind wegen der aufwendigen Abstützung der Böschungen wirtschaftlich nicht darstellbar“, sagte Thomas Ackermann vom Bauamt Lohfelden. Diese Auffassung wird auch vom Kasseler Amt für Straßenverkehrswesen (ASV) geteilt. ASV-

Sprecher Reinhold Rehbein hält es „für richtig, mit der Verlängerung des Fuß- und Radweges bis zur Rasthauserweiterung zu warten, um auch zurückgebaute Fahrbahnen mit einzubeziehen“.

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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