Polizei: Gefahr nicht vorhersehbar

Spiel in Baunatal: 200 Offenbacher Fans randalierten in Regionalexpress

Vermüllt und verbogen: Eine kaputte Lehne, leere Flaschen und Essensreste auf dem Boden dieses Waggons.

Baunatal. Eingeschlagene Decken- und Seitenverkleidungen, verkratzte Scheiben, Schmierereien mit Filzstiften - einen Schaden von rund 5000 Euro richteten Fußballfans der Offenbacher Kickers am Samstag im Regionalexpress auf dem Weg zum Auswärtsspiel beim KSV Baunatal an.

Beamte der Bundespolizeiinspektion Kassel hätten im Hauptbahnhof Kassel den Schaden im letzten Wagen, kurz nachdem die 200 karnevalistisch kostümierten Fans den Zug verlassen hatten, entdeckt, sagte Pressesprecher Klaus Arend: „Denn wir schauen immer gleich nach, ob alles in Ordnung ist.“

Löcher in der Decke: Die Deckenverkleidung des letzten Waggons des Regionalexpresses (im kleinen Foto ein ähnliches Modell) beschädigten die randalierenden Offenbach-Fans.

Von größeren Polizeikräften aus dem Rhein-Main-Gebiet seien die Randalierer laut Arend nicht begleitet worden. Nur zwei Beamte in Zivil der Bundespolizei Frankfurt seien in anderen Wagen mitgefahren, hätten aber von der Randale angesichts der Feierlaune der Fans nichts bemerkt. Und: Bei der Lagebesprechung im Vorfeld seien die Offenbacher „nicht als gefährlich eingestuft worden“, da eine Feindschaft zu den Bauanataler Fans im Gegensatz zu den KSV-Anhängern seitens der Offenbacher nicht bestehe, erläuterte Arend.

Die Bundespolizei Kassel, die für die Zugfahrt der Offenbachfans nicht zuständig war, sicherte dagegen laut Arend mit zusammen 60 Beamten die Fahrt der Anhänger des KSV-Kassel zum Auswärtsspiel nach Worms im Gießener Bahnhof ab. Denn beim Umsteigebahnhof Gießen hätten sich Kassel- und Offenbachfans bei der Reise zu den jeweiligen Auswärtsspielen ihrer Teams in die Quere kommen können. Man habe eine „Vermischung“ der Fan-Lager, die sich „spinnefeind“ seien, verhindern können, sagte der Pressesprecher der Bundespolizei. Auf der Fahrt nach Koblenz sei es nur zu zwei Sachbeschädigungen durch KSV-Fans gekommen.

Klaus Arend

Pressesprecher Arend weist in diesem Zusammenhang aber auch darauf hin, dass die Kapazitäten der Bundespolizei begrenzt seien. „Wir können nicht jede Mannschaft begleiten.“ Über die Kosten derartiger Fanbegleitungen konnte Arend keine Angaben machen. Immerhin: Die Rückreise der Offenbacher verlief unproblematisch.

Von Stefan Wewetzer

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