Fußballer aus Leverkusen und Vellmar engagieren sich für verunglückten Sportler

Ein Spiel nur für Dominik

Kleine Geste: Auch wenn keine wirklichen Altstars beim Benefizspiel in Vellmar waren, freut sich der 16-Jährige Dominik Weerkamp (Mitte) doch über das Trikot, das er von Michael Knetschke (rechts), dem Manager der Leverkusener Traditionsmannschaft, geschenkt bekam. Vater Huib Weerkamp (links) ist begeistert über die große Anteilnahme und Unterstützung des OSC Vellmar für seinen verunglückten Sohn. Foto: Brandau

Vellmar. Es sollte ein Leckerbissen werden und ein Benefizspiel für Dominik Weerkamp. Ein Fußballspiel, bei dem die Traditionsmannschaft von Bayer 04 Leverkusen gegen die Altherrenmannschaft des Obervellmarer Sportclubs (OSC) antrat. Sicher eine ungleiche Partie, aber schließlich ging es um einen guten Zweck, denn im Vordergrund stand eine Spendensammlung für den 16-jährigen Dominik Weerkamp aus Vellmar, der im vergangenen Jahr einen schweren Badeunfall hatte.

Drei Halswirbel gebrochen

„Es war am 21. Juli letzten Jahres, einem heißen Sommertag“, erinnert sich Huib Weerkamp, Vater des Verunglückten. Sein Sohn wollte sich mit Freunden an einem Badesee in der Nähe von Eschwege treffen. Um sich abzukühlen lief er ins Wasser, tauchte nach vorn ein und schlug mit seinem Kopf auf einen Stein. Dabei brach er sich drei Halswirbel und verlor das Bewusstsein. Nur dem schnellen Eingreifen von zwei Feuerwehrleuten, die das Geschehen beobachteten, ist es zu verdanken, dass der damals 15-Jährige nicht ertrank.

Die beiden Feuerwehrmänner aus Kassel und Eschwege zogen den Verletzten vorsichtig aus dem Wasser und alarmierten den Rettungshubschrauber, der den jungen Mann zur Universitätsklinik nach Göttingen flog. Am nächsten Morgen wurde Dominik operiert und die Wirbelsäule versteift. „Die erste Prognose war für uns alle niederschmetternd, denn nach Aussagen der Ärzte konnten wir froh sein, dass unser Sohn überhaupt atmen konnte“, erinnert sich Vater Huib.

Es folgte ein rund sechsmonatiger Aufenthalt in einer Reha-Klinik in Bad Wildungen, wo sich sein Zustand langsam verbesserte. Durch großes Glück, harte Arbeit, gute Therapeuten sowie viel Willenskraft kann der Schüler heute wieder selbstständig laufen, geht zur Schule und wohnt wieder zu Hause. „Allerdings hat er noch kein Gespür in den Beinen und auch andere Beeinträchtigungen“, sagt Huib, der selbst Physiotherapeut beim Hessenligist OSC Vellmar ist und seinen Sohn unterstützt, wo er kann.

Ein Jahr wird der junge Mann wohl noch brauchen, um sich einigermaßen zu regenerieren. Allerdings ist dazu ein Elektrostimulator notwendig, der sehr teuer ist und von der Krankenkasse nicht bezahlt wird. Diese Anschaffung soll durch die Spendenaktion des Benefiz-Spiels realisiert werden. Und zum Zeichen der Verbundenheit mit den Gästen von Bayer 04 Leverkusen bekam der 16-Jährige Vellmarer nicht nur ein Trikot der Traditionsmannschaft geschenkt, sondern durfte das Spiel auch auf deren Bank verfolgen. Da geriet die 8:1 Niederlage des OSC Vellmar zur Nebensache, denn es kamen mehrere Tausend Euro zusammen, die Dominik sicher helfen werden, wieder ein annähernd normales Leben führen zu können.

Von Werner Brandau

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