Zweiter Familienmedientag in der Erich-Kästner-Schule: Resonanz von Eltern war bescheiden

Dem Spiel im Netz Grenzen setzen

Beratung: Streetworkerin Susanne Wiechmann erklärt Luca-Finn Kampen, Joscha Philipp und Nelson Reinl (von links) ein Videospiel, das ohne Brutaleffekte auskommt. Fotos: Dilling

Baunatal. Nelson Reinl schaut sich ein neues Videospiel auf dem Monitor im Foyer der Erich-Kästner-Schule (EKS) an: Bei Minecraft kann man Häuser bauen und Zombies vertreiben. Harmlos wirkt das auf dem Bildschirm.

Und Nelsons Mutter Ramona, die ihm und ein paar anderen Kindern, über die Schulter schaut, ist beruhigt. Sie achtet darauf, dass ihr Sohn nur altersgerecht im Netz spielt und nicht auf brutale Seiten gerät. Reinl hat dafür die Sicherheitseinstellungen der Netzanbieter genutzt. „Außerdem habe ich ein Zeitlimit von einer Stunde gesetzt“, sagt sie.

Die Baunatalerin gehörte zu den Besuchern des zum zweiten Mal vom Jugendbildungswerk mit Kooperationspartnern veranstalteten Familienmedientags. Die Resonanz war jedoch augenscheinlich geringer als bei der ersten Veranstaltung. EKS-Lehrer Jens Krugmann fand sie - eine Stunde nach Beginn - enttäuschend. „Schade, dass so wenige da sind.“ Krugmann stellte mit seiner Kollegin Christiane Wagner die neue Blog-Plattform der Schule im Internet vor. Die sei ein Beispiel dafür, wie die neuen Medien sinnvoll für die Schulgemeinschaft genutzt werden könne, sagte Krugmann. Schüler können sich im Netz mit Ideen und auch Kritik zu Wort melden.

Recherche in Chemie

Die Schule versucht, Smartphones, Handys und Computer sinnvoll für den Unterricht einzusetzen. Wagner lässt ihre Schüler beispielsweise im Chemieunterricht im Internet recherchieren. Für den Privatgebrauch seien die Geräte aber in der Schule tabu. Das schließe allerdings nicht aus, dass es gegen dieses Gebot auch Verstöße gebe, berichtet Krugmann. Nicht immer stoße man bei der Durchsetzung der Regeln auf das Verständnis der Eltern, ergänzt er.

Thomas Kudella vom Jugendbildungswerk empfiehlt allen Eltern, sich um das zu kümmern, was ihre Sprösslinge im Internet treiben. „Das ist wie mit dem Lesen und Schreiben, der Umgang damit muss erlernt werden“, sagt er. Auf Elternabenden habe man mit Aufklärungsaktionen gute Resonanz erzielt.

Von Peter Dilling

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