Projektwoche an der IGS Kaufungen: Spiele für Flüchtlingskinder

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Geschenke für die Flüchtlingskinder: Klassensprecher Leon Heinnemon und Emily Pfetzing übergaben einen ganzen Berg von Spenden an Sozialpädagogin Verena Huft. Rechts im Bild Klassenlehrer Christoph Günther mit den Kindern der 7. IGS-Klasse.

Kaufungen / Kassel. Wenn die Opfer der Kriege in Syrien, Afghanistan oder Somalia plötzlich als Flüchtlinge und Asylbewerber in der eigenen Nachbarschaft Zuflucht suchen, werden die allabendlichen Bilder vom Fernsehschirm auf einmal greifbar.

Diese Erfahrung machten die Mädchen und Jungen einer 7. Klasse der Integrierten Gesamtschule Kaufungen beim Besuch eines Asylbewerberheimes im Kasseler Stadtteil Forstfeld.

Die IGS trägt das Siegel „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ und beschäftigt sich jedes Jahr in einer Projektwoche mit diesem Thema und den Auswirkungen von Krieg und Gewalt. Dabei entstand die Idee, die kleineren Kinder unter den derzeit 85 Asylbewerbern in der früheren Heinrich-Steul-Förderschule in Forstfeld mit Spielzeug, Bilderbüchern, Plüschtieren und Sportgeräten zu erfreuen.

Begleitet von Klassenlehrer Christoph Günther brachten die Kinder einen kleinen Berg von Spenden ins Heim und ließen sich von der Leitung des privaten Betreibers über die Situation der Flüchtlinge informieren. Fluchtwege und Herkunftsländer, Sprachkurse und Unterbringung, Arbeitserlaubnis und Konflikte, all das interessierte die Jungen und Mädchen. Schade: Zur Begegnung mit ihren Altersgenossen unter den Asylbewerbern kam es nicht - die waren alle selbst in der Schule.

Mario Neumann, im Sozialamt der Stadt Kassel für die Betreuung der Flüchtlinge zuständig, freute sich über das Interesse der Kaufunger Kinder. Solche Begegnungen seien sinnvoll und hilfreich, weil sie Vorurteile auf beiden Seiten abbauen helfen könnten.

Im Forstfeld sei das gut gelungen: Gab es zum Einzug der Asylbewerber in die Steul-Schule noch ausländerfeindliche Parolen an den Wänden, so habe sich dies heute ins Gegenteil verkehrt. Neumann: „Viele Forstfelder zeigen ein großartiges Engagement für die Flüchtlinge, es gibt Spenden zu Hauf und keinerlei Anfeindungen mehr.“

Im zweiten Halbjahr rechnet Neumann mit weiteren 170 Asylbewerbern in Kassel, von denen etliche auch nach Forstfeld kommen werden, wo 125 Plätze vorhanden sind. Die Anerkennungsquote gerade der Menschen aus Syrien und Afghanistan sei hoch. „Das geht oft sehr schnell, dann ziehen die in eigene Wohnungen“, sagte der Sozialarbeiter. (tom)

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