Projekt Wunschgroßeltern bringt Kinder und Senioren zusammen – Mitstreiter gesucht

Spielend zu neuer Familie

Sie bringen Jung und Alt zusammen: Anke Bodenstein von der Leitstelle Älterwerden (von links), Petra Scholz vom Förderverein Stadtteilzentrum Baunsberg und Anna Becker vom Tagesmütterverein Baunatal.

Baunatal. Der Besuch von Oma und Opa ist für viele Kinder etwas ganz Besonderes. Doch was, wenn die Großeltern nicht mehr leben oder sehr weit entfernt wohnen?

Diese Überlegung war es, die Anna Becker vom Tagesmütterverein Baunatal, Anke Bodenstein von der Leitstelle Älterwerden und Petra Scholz vom Förderverein Stadtteilzentrum Baunsberg zum Projekt „Wunschgroßeltern“ inspirierte. Dort sollen Kinder Kontakt zu Senioren bekommen, die ebenfalls Familienanschluss suchen.

„Die Resonanz der älteren Menschen war zunächst groß“, erzählt Bodenstein. Zu einem Infoabend im Januar waren jedenfalls viele von ihnen gekommen und hatten den Wunsch geäußert, Zeit mit Kindern zu verbringen.

Nur drei geblieben

Geblieben sind allerdings nur drei. „Wahrscheinlich denken viele, sie gehen eine Verpflichtung ein und müssen sich dann zu festen Zeiten um ein Kind kümmern“, glaubt Anna Becker. Doch das ist nicht das Ziel des Projekts. Vielmehr sollen Familien und Senioren sich unverbindlich bei fünf Treffen kennen lernen. Wer sich sympathisch ist, kann sich weiterhin verabreden. Ganz nach dem Motto: Alles kann, nichts muss.

Zwei, die nicht lange überlegt haben, sind Annegret und Hans-Werner Nothroff. „Unsere Enkel wohnen leider weit weg“, sagen sie. Vom Wunschgroßeltern-Projekt haben sie aus der Zeitung erfahren, und die ersten Kontakte hat das Paar bereits geknüpft. „Wir waren spazieren mit einer Frau und ihrem 14 Monate alten Sohn.“

Auch Irene-Marianne Tetzlaff wäre gern Wunschgroßmutter. Seit dem Tod ihres Mannes lebt sie allein mit ihrem Hund, denn Kinder und Enkel wohnen hunderte Kilometer entfernt. „Ich liebe Kinder“, erzählt die 74-Jährige. „Und warum sollte ich meine Zeit nicht mit anderen teilen?“

Zweimal haben sich Jung und Alt bislang im Stadtteilzentrum Baunsberg getroffen. Sie haben zusammen gespielt, gemalt und gesungen. Auch Angelika de Kort war mit ihrem 16 Monate alten Sohn Johannes dabei. „Ich kenne ein ähnliches Projekt aus Frankfurt und habe damit gute Erfahrung gemacht“, berichtet sie. Damals habe sie Ersatz-Großeltern für ihre Tochter gesucht - und ein sehr nettes Ehepaar kennen gelernt. „Wir haben noch heute Kontakt.“

Ob sich auch in Baunatal Freundschaften fürs Leben entwickeln, wird die Zeit zeigen. Allerdings fehlt zum Gelingen des Projekts noch eins: mehr Senioren, die gern Zeit mit Kindern verbringen wollen. (pdf)

Wunschoma oder -opa werden? Info: Anke Bodenstein, Tel. 0561/4916144, Anna Becker, Tel. 0561/9492875, oder Petra Scholz, Tel. 05 61/9 49 28 74. Das nächste Treffen ist für den 19. April geplant.

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