Die Lichtenbergschule und die Stadt Baunatal richteten das „Hessische Schultheater-Treffen“ aus

Spielfreude an allen Ecken

In Aktion: Schüler der Hermann-Schafft-Schule aus Homberg nahmen an der Theatertagen teil. Foto: Kuberczyk-Stein

Baunatal. Licht an, Bühne frei, lautstarker Applaus. Wo ist das Glück zu finden? In der Entspannung? In Gold und Geld? In der Gefolgschaft herzensguter Märchenfiguren – oder in einem selbst? Sollte man bei Facebook das Ego schönen und sich bis zur Perfektion verfremden? Wie geht es uns und unserer Gesellschaft im Jahr 2313? Besser? Schlechter? Themen, die Schüler interessieren. Themen, die sie auf die Bühne bringen.

Das Hessische Schultheatertreffen brachte jetzt gut 200 theaterbegeisterte Schülerinnen und Schüler aus zwölf hessischen Schulen und ihre Theater-Lehrer zusammen. Gemeinsam fluteten sie von Mittwoch bis Sonntag mit ihren Produktionen die Bühne in der technisch bestens aufgerüsteten Lichtenbergschule und die große Bühne in der Stadthalle Baunatal.

Die Vielfalt der Produktionen und Theaterformen war beeindruckend. Eine facettenreiche Theaterlandschaft, Theater in fast jeder Form kredenzen die neun- bis 18-jährigen Protagonisten.

Produktive Allianz

Das Lichtenberggymnasium und die Stadt Baunatal sind dafür eine erfreuliche und produktive Partnerschaft eingegangen.

Und eine, die das Publikum anzieht. Als die Kestnerschule aus Wetzlar mit ihrem Stück „2313“ ihre Zukunftsvisionen auf die Bühne brachte, gab es in der Baunataler Stadthalle nahezu keinen freien Platz mehr.

Bis einschließlich Sonntag gab es Aufführungen in der Kasseler Schule sowie in der Baunataler Stadthalle. Ob in der Lichtenbergschule oder in Baunatal – die Produktionen liefen stets vor vollen Rängen. Wie gut musste diese Resonanz den Veranstaltern um Rektor Helmut Dörr tun.

Unter der Leitung des Kasseler Dozenten Ede Müller hatte die Organisatoren an der Vorbereitung für dieses Großereignis geschwitzt: Workshops platzieren, Schüler rekrutieren, die Rezensionen über die Stücke schreiben oder die Nachbesprechungen der Inszenierungen zu organisieren, für die DS-Studenten der UNI Hannover und Braunschweig anreisten - kein Problem.

Wie aber für fast 200 quirlige Schüler und ihre Lehrer eine Schlafstatt in der Schule einrichten, wie sie verpflegen und wie die Toiletten und Duschen organisieren und für warmes Wasser sorgen, wenn just am Anreisetag auch noch der Boiler kaputt geht? Und zu guter Letzt: Wie unternehmungslustigen Schülern aus anderen Städten schmackhaft machen, dass nach 22 Uhr Invasionen in den Brückenhof nicht zum Freizeitprogramm zählen.

Für alles fand sich eine Lösung. Besonders die Lehrkräfte der Lichtenbergschule zeigten tollen Einsatz. Sie übernachteten in der Schule. „Ich habe heute Nacht vier Stunden Schlaf gehabt, bin also voll fit“, lächelt DS-Lehrerin Anke Hart. Ihr Kollege Markus Strube, einer der Organisatoren, verbrachte eine Nacht im Lehrerzimmer auf einer Iso-Matte.

Am Anfang wurde erst mal gefeiert. Einige Schulen reisten wieder ab, andere kamen an. Mit einem 60-Sekunden-Spiel stellten alle Gruppen und ihre Leiter ihre Produktionen vor.

Zum Festakt dazu gehörten natürlich auch Grußworte und kleine Reden der Förderer und Unterstützer der Schultheater-Tage. Baunatals Bürgermeister Manfred Schaub zählt dazu, genauso das Hessische Kultusministerium, die Städte Kassel und Baunatal wie auch die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, die jeder beteiligten Gruppe einen Förderpreis über 1500 Euro übergab.

Von Steve Kuberczyk-Stein

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.