Gastronom Sascha Remmler kaufte altes Bürogebäude in Weimar und plant eine neue Nutzung

Gastronom will Spielhalle und Eiscafé in Weimar eröffnen

Neue Nutzung: Sascha Remmler hat das ehemalige Bürogebäude gekauft. Nach Renovierung und Umbau soll im Bereich des alten Eingangs ein Eiscafé einziehen. Fotos: Schräer

Ahnatal. Jahrelang tat sich nichts in dem Bürogebäude unweit des Kreisels in Weimar. Nach Plänen des Eigentümers Sascha Remmler kommen nun eine Spielhalle, ein Eiscafé und eine Pension in das Gebäude.

Neues Leben soll nun in den Bau aus den 70er-Jahren einziehen. Im Sommer 2011 erwarb der 35-jährige Gastronom, der den Ahnatalgrill in direkter Nachbarschaft betreibt, zusammen mit einem Partner das Gebäude aus einer Zwangsversteigerung. Der Verkehrswert habe 210 000 Euro betragen, für 40 000 Euro erhielt Remmler den Zuschlag. Das Gebäude habe vor knapp 40 Jahren eine Firma für Fensterbau als Bürotrakt errichtet. Seitdem habe es mehrere Besitzer und verschiedene Nutzungen von Räumen und Lagerflächen gegeben, sagt der Ahnataler.

Insgesamt stehen 650 Quadratmeter Nutzfläche plus Kellerräume unter dem rechten Gebäudeflügel zur Verfügung. Im Erdgeschoss laufe die Sanierung. „Wir werden viel in Eigenarbeit machen, deshalb dauert es seine Zeit“, sagt der Gastronom. Er erhält tatkräftige Unterstützung von seinem Vater Frank.

Zum Teil wurde der Innenraum entkernt, ein Brandschaden aus dem Jahr 2003 beseitigt. Es müsse eine neue Heizung eingebaut werden mit Heizkörpern und neuem Brenner. Zwei weitere Eingänge sind laut Sascha Remmler erforderlich, Trennwände werden eingezogen. Denn die Fläche sollen sich eine Spielhalle und ein Eiscafé teilen.

Letzteres komme in den Bereich des alten Foyers im Querbau und erhalte in dessen rückwärtiger Glasfront einen Durchgang zu einem späteren Biergarten. Für das Café sucht der Eigentümer noch einen Pächter. Eröffnung könnte zu Saisonbeginn 2013 sein. Einen Betreiber gebe es bereits für die Spielhalle mit Automaten, Billard und Dart-Gerät auf 150 Quadratmetern im Längstrakt. Im Herbst oder zum Winter soll dort der Betrieb beginnen.

Sind für die Sanierung des Erdgeschosses Kosten von 50 000 Euro kalkuliert, gebe es für das Obergeschoss noch keine konkreten Zahlen, sagt der Geschäftsmann. Auf den über 300 Quadratmetern will dieser eine Pension mit zehn Zimmern für Kurzurlauber und Montagearbeiter betreiben. Hierzu müsse die Etage komplett umgebaut und energetisch saniert werden einschließlich neuer Fenster und neuer Dämmung des Flachdaches. Zwischen Eiscafé und Spielhalle erhalte die Pension einen separaten Zugang. Wann er diesen Betrieb eröffne, sei noch unklar, sagt Sascha Remmler.

Das sagt der Bürgermeister

Der Ahnataler Gemeindevorstand hat sich mit den Plänen zum Bürohaus am Kreisel in Weimar befasst, sagt Bürgermeister Michael Aufenanger. Dabei ging es um die Nutzungsänderung des Gebäudes. Federführend sei die Bauaufsicht des Landkreises Kassel.

Die Gemeinde sei lediglich befragt worden und habe ihr Einvernehmen erteilt. Auch was die Pläne zu einer Spielhalle angehe. Noch sei dies nicht rechtskräftig.

„In jeder Gaststätte hängen Automaten“, sagt der Bürgermeister. Nur ein Teil des Gebäudes solle als Spielhalle genutzt werden. „Ich bin generell froh, wenn mit dem Gebäude etwas passiert. Das steht seit Jahren leer und ist ein Schandfleck“, betont Aufenanger. (mic) Archivfoto: nh

Hintergrund

Bauantrag für Spielhalle im Bürogebäude

Um in dem bisherigen Bürogebäude eine Spielhalle einrichten zu können, musste Sascha Remmler als Eigentümer einen entsprechenden Bauantrag beim Bauamt des Landkreises stellen. Dies sei Ende Mai erfolgt, sagt Kreissprecher Harald Kühlborn.

Da ein rechtmäßiger Bebauungsplan für das Areal als Gewerbegebiet bestehe, dürfe dort auch eine Vergnügungsstätte wie eine Spielhalle betrieben werden. Zumal auch die Gemeinde keine Einwände gehabt habe.

Außerdem sei die Wohnbebauung weit entfernt vom Standort. „Es ist nicht zu erwarten, dass die Bewohner dieser Häuser durch die neue Nutzung beeinträchtigt werden“, meint der Kreissprecher. Baurechtlich stehe einer Spielhalle in dem Gebäude am Kreisel in Weimar daher nichts im Wege. (mic)

Von Michael Schräer

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