TSV Hertingshausen in Not: Auf Sportplatz wächst kein Gras mehr

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Wieder in der Kritik: Der Sportplatz in Hertingshausen. Das Bild stammt aus der Zeit der Sanierung im Jahr 2010. Da wurde an einigen Ecken Rollrasen verlegt.

Baunatal. Als der TSV Hertingshausen im August 2010 den grundlegend sanierten städtischen Fußballplatz im Ort wieder in Beschlag nahm, sollte eigentlich alles gut werden. Der Rasen sei wie ein Teppich, so lobte der Verein direkt nach der Fertigstellung.

Der jahrelange Kampf der Fußballer mit einem unbespielbaren Feld sollte der Vergangenheit angehören. Doch nun steht Vereinsvorsitzender Manfred Werner wieder am gleichen Punkt. Der Rasen sei schon jetzt zum Saisonbeginn in so schlechtem Zustand, dass die meisten Heimspiele der zehn Hertingshäuser Mannschaften wohl in anderen Stadtteilen ausgetragen werden müssten, sagt er.

360.000 Euro hatte die Stadt 2010 in die Renovierung der Sportfläche investiert. „Seit der Platz nach der Sanierung eröffnet wurde, ist das ein Dauerzustand“, kritisiert Werner. Der Rasen sei von Beginn an nicht in Ordnung gewesen. „Auf der Mittelachse hält kein Gras.“

Immer wieder sei von der Fachfirma in Absprache mit der Stadt Baunatal nachgebessert worden. Doch gebracht habe das nichts. Vor allem die Jugendmannschaften leiden unter den Bedingungen. Diese müssten ihre Heimspiele in Kirchbauna, Guntershausen oder auf dem Kunstrasenplatz in Altenbauna austragen, berichtet der Vorsitzende. Damit gehe jegliche Zugehörigkeit zu Hertingshausen verloren. Und: Von ehrenamtlichen Betreuern und von Eltern könne man nicht verlangen, Kinder über Jahre zu Training und Spiel auf andere Plätze zu fahren.

Alles nicht so dramatisch – so ist die Haltung im Baunataler Rathaus zu der Angelegenheit. „Der Platz ist in einem Zustand, der Pflege bedarf“, räumt Stadtsprecher Roger Lutzi ein. Mit Experten habe man sich die Fläche noch einmal genauer angeschaut. Es werde die Wurzelvertiefung und die Regenerationsphase des Rasens verbessert.

Nach der Recherche der HNA kommt nun Bewegung in die Sache: Um den Rasenplatz zu entlasten, sagte die Stadt kurzfristig zu, auf dem benachbarten Trainingsplatz Kunstrasen zu verlegen. „Dann können Jugendspiele dort stattfinden“, betont Lutzi. Die Kosten dafür gibt er mit 150.000 Euro an. Außerdem dürften ab sofort alle Serienspiele auf dem Hauptplatz ausgetragen werden. Schließlich sei der Rasen gar nicht in so schlechtem Zustand.

Von Sven Kühling

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