Fähigkeiten der Jüngsten

Siegel verliehen: Sprachschatz unter der Lupe

Ausgezeichnet: In Lohfelden nahmen Erzieherinnen aus Kindertageseinrichtungen im Landkreis Kassel jetzt von Sozialminister Stefan Grüttner (Bildmitte) das Siegel für ihre Beteiligung an der flächendeckenden Sprachstanderfassung des Landes Hessen entgegen. Mit auf dem Bild sind die Leiterin des Kreis-Jugendamtes, Sabine Scherer (hintere Reihe von links), KiSS-Projektmanager Johannes Mertens (Hessisches Kindervorsorgezentrum) und Dr. Gabriele Oefken (vorn 2. von links) vom Gesundheitsamt Region Kassel. Foto:  Wohlgehagen

Lohfelden/Kreis Kassel. Der hessische Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) verlieh jetzt 31 Kindertageseinrichtungen aus dem Landkreis Kassel das Siegel für eine erfolgreiche Beteiligung am flächendeckenden Kindersprachscreening (KiSS).

Ab sofort können diese Einrichtungen ihre besondere Eignung in der Überprüfung des Sprachstandes von Kindern mit dem „KiSS“-Siegel gut sichtbar zeigen.

„Sprachliche Fähigkeiten sind das Rüstzeug der Kinder für die ersten Schritte in einem selbstständigen und selbstbestimmten Leben“, sagte der Minister bei der Verleihung der Zertifikate in der ASB-Kindertagesstätte Lohfelden.

Sprachauffälligkeiten bei Kindern müssten so früh wie möglich erkannt und dokumentiert werden, so Grüttner. Ziel des Projekts sei es, die Bildungschancen aller Kinder im Land Hessen zu verbessern. Bisher haben 28.000 Kinder an KiSS teilgenommen, „nicht nur Kinder mit Migrationshintergrund“, 20 Prozent der Teilnehmer an der Sprachstanderfassung seien deutscher Nationalität, sagte der Sozialminister. Zahlreiche Kindertagesstätten aus der Stadt und dem Landkreis Kassel bieten KiSS schon an: Die Erzieherinnen qualifizieren sich in einer theoretischen und praktischen Fortbildung des Gesundheitsamtes und sind dann berechtigt, das Screening in ihrer Einrichtung durchzuführen. Das individuelle Ergebnis jeden einzelnen Kindes bildet eine fachgerechte Grundlage für eine frühzeitige Sprachförderung. „Die Kinder sollen aus eigener Kraft lernen, gut mit Sprache umzugehen“, sagte Britta Bender-Rothenpieler, Leiterin einer Arbeitsgruppe der ASB-Kita Lohfelden, die einen Einblick in die praktische Arbeit vermittelte.

Negative Einflüsse

Die Sozialpädagogin führt den bei Kindern häufiger festgestellten Mangel im Wortschatz und in der Ausdrucksweise auf den negativen Einfluss von Medien, wie Fernsehen oder Computer, zurück. Sie setze auch Videos ein, um Ansatzpunkte für die Kommunikation mit Kindern zu finden, sagte die Expertin. Der Minister dankte den Mitarbeitern aller mit dem KiSS-Siegel zertifizierten Einrichtungen für ihr zusätzliches Engagement, dem Gesundheitsamt und Landkreis für die aktive Projektbegleitung. Lohfeldens Vize-Bürgermeister Klaus Steffek (SPD) hob die Motivation der Erzieherinnen hervor, den Kindern bei Sprachproblemen frühzeitig zu helfen. (ppw)

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