Landkreis Kassel verliert 474 Einwohner

Bevölkerungsentwicklung: Stabile Zahlen in Baunatal

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Hausbau am Stadtpark: Im Zentrum Baunatals entstehen derzeit mehrere Wohnkomplexe. Die 18 000 Quadratmeter, die insgesamt zur Verfügung stehen, waren schnell verkauft.

Baunata/Kreis Kassel. Um 26 Personen ging in Baunatal die Zahl der Einwohner von 2011 auf 2012 zurück. Dies geht aus den Daten zur Bevölkerungsentwicklung hervor, die der Landkreis Kassel jetzt vorlegte. Trotz dieses Minus fühlt sich die VW-Stadt aber nicht als Verlierer eines demografischen Wandels.

Denn bei 27.417 Einwohnern Ende 2012 liegt der prozentuale Rückgang bei lediglich 0,1 Prozent. So sieht denn auch Baunatals Bürgermeister Manfred Schaub die Veränderung bei der Einwohnerzahl gelassen. Die Stadt sei als Wohnort gefragt, wie sich am neuen Baugebiet am Stadtpark zeige. Die Grundstücke von insgesamt 18.000 Quadratmetern waren schnell verkauft, auf dem Gelände entstehen 132 Wohnungen und vier Läden.

„Wir haben 461 Menschen auf der Liste, die noch ein Grundstück in Baunatal suchen“, sagt Schaub. Die Stadt werde von vielen Bauwilligen unter anderem wegen der guten Bildungslandschaft als „äußerst lukrativ angesehen. Nachdem wir Anfang des Jahrtausends Verluste bei den Einwohnern hatten, sind wir froh, jetzt wieder stabile Zahlen zu haben.“

Den absolut größten Sprung machte die Stadt Vellmar mit 109 auf 18.131 Einwohner. Insgesamt können im Landkreis Kassel acht von 29 Kommunen einen Bevölkerungszuwachs verbuchen. Den größten prozentualen Zuwachs gab es im kleinen Nieste. Der Sprung von 1834 auf 1866 Einwohnern bedeutet ein Plus von 1,7 Prozent.

Zu den Gewinnern zählen auch Espenau, Fuldabrück, Immenhausen und Niestetal. Der größte Verlierer ist Hofgeismar mit einem Minus von 107 auf 14.967 Einwohner Ende 2012.

Der Landkreis Kassel verlor 474 Einwohner oder 0,2 Prozent auf 234.206. 2011 lag der Wert im Vergleich zum Vorjahr noch bei 599 Einwohnern. Dadurch habe sich der Bevölkerungsrückgang verlangsamt, wie es in der Mitteilung des Landkreises heißt.

Deutlich seien aber die Unterschiede nach Regionen. Während der erste und zweite Ring um Kassel gut dastehe, verliere der ländliche Raum um Hofgeismar und Wolfhagen deutlich.

Das sagt der Landrat

„Der Trend der letzten Jahre hat sich weiter verbessert. Besonders im Altkreis Kassel haben wir erstmals seit 2002 wieder eine positive Entwicklung mit einem Zuwachs von 100 Personen.“ Mit diesen Worten kommentiert Landrat Uwe Schmidt die Bevölkerungsentwicklung von 2011 zu 2012.

Der langsamere Bevölkerungsrückgang ist laut Schmidt ein Beleg dafür, dass sich die „anhaltende positive wirtschaftliche Entwicklung in der Region verbunden mit dem guten Infrastrukturangebot im Bereich Schulen und öffentlicher Nahverkehr im Vergleich mit anderen ländlichen Regionen auszahlt“.

Dies zeige die positive Entwicklung in Vellmar, Niestetal und Fuldatal, aber auch im zweiten Ring um Kassel mit Espenau und Immenhausen. Für den ländlichen Raum des Landkreises sei die demografische Situation weiterhin schwierig. Hier gelte es, die dörfliche Infrastruktur gezielt zu stärken, sagt Schmidt. (mic)

Von Michael Schräer

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