Stadt Baunatal gegen Zwang zur Kontrolle von privaten Kanalleitungen

Baunatal. Gegen den vom Land 2011 auferlegten Zwang zur Untersuchung von Kanalleitungen von Privathäusern wehrt sich jetzt die Stadt Baunatal. Im Visier ist die sogenannte Eigenkontrollverordnung (EKVO). Diese besagt, dass alle Privathaushalte bis Ende 2025 ihre Anschlüsse untersucht haben müssen.

Das Land hatte die Verordnung kürzlich selbst auf Eis gelegt. „Die Stadt Baunatal begrüßt dies und fordert die Landesregierung auf, auf die EKVO zu verzichten“, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Rathaus.

Erste Stadträtin Silke Engler-Kurz geht von Auswirkungen durch schadhafte Leitungen von privaten Wohnhäusern auf das Grundwasser im Promillebereich aus. Defekte Anlagen von größeren Gewerbe- und vor allem Industrieanlagen hätten darauf viel größeren Einfluss.

Kosten: 3000 bis 5000 Euro

Das Rathaus rechnet mit 3000 bis 5000 Euro für eine Kanalsanierung in einem Privathaus. Das treffe insbesondere die alten Häuser und die Fachwerkhäuser in den Kommunen. „Wir sind froh, wenn junge Familien in die alten Fachwerkhäuser ziehen und damit Ruinen verhindert werden“, so Engler-Kurz. Viele könnten eben das Geld für eine Sanierung nicht aufbringen, deren Nutzen für das gesamte Grundwasser im Promillebereich liege.

Auch sei das wieder ein Beispiel, wie die Landesregierung in Wiesbaden den Kommunen Aufgaben übertrage, aber diese nicht mit den nötigen Haushaltsmitteln ausstatte, heißt es aus dem Rathaus. (sok)

Rubriklistenbild: © dpa

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