Stadt Baunatal will 100 Prozent Ökostrom

Von hier kam früher der Ökostrom für die Stadt Kassel: Das Wasserkraftwerk Porjus in Schweden. Inzwischen beziehen die Städtischen Werke die Energie von dem norwegischen Kraftwerk Ulla-Førre. Archivfoto: privat/nh

Baunatal. Wenn ab 1. Januar in der Baunataler Stadthalle und in den Kindergärten die Lichter angehen, dann kommt der Strom dafür zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen.

Die Stadt will ihre Versorgung zu diesem Zeitpunkt vollständig auf Ökostrom umstellen. Ein geeigneter Anbieter wird derzeit in einem europaweiten Ausschreibungsverfahren gesucht.

Sieben Millionen Kilowattstunden Strom verbraucht die Stadt pro Jahr für ihre Gebäude und die Straßenbeleuchtung. 1,3 Millionen Euro habe die Kommune dafür aufwenden müssen, erläutert Erste Stadträtin Silke Engler, im Rathaus für den Energiesektor zuständig.

Bisher bezog die Kommune den Strom vom regionalen Versorger Eon Mitte. Schon im Jahr 2004 hatte Baunatal die Versorgung mal öffentlich ausgeschrieben.

Leider habe das damals nicht den erhofften Einspareffekt gebracht, berichtete die Vizebürgermeisterin jetzt auch im Stadtparlament. Seither seien dann immer die marktgerechten Angebote von Eon angenommen worden.

Silke Engler

Mit der Suche jetzt bekommen alle Anbieter, die Ökostrom im Programm haben, eine Chance. Laut Engler ist die Ausschreibung so gestaltet, dass die einfachste Stufe für das Angebot von Ökostrom ausreicht. Das heißt, auch Firmen, die die grüne Energie einfach zukaufen, können zum Zuge kommen. Aber auch Anbieter der zweiten Stufe, nämlich Erzeuger mit eigenen Anlagen (Windkraft, Wasserkraft, Solar), könnten den Zuschlag bekommen.

Baunatals Vizebürgermeisterin setzt vor allem auf die regionalen Anbieter. „Ich hoffe, dass die ein Angebot abgeben.“

Für den Privathaushalt habe die Umstellung der Stromversorgung keine Auswirkung, betont die Erste Stadträtin. Sie gehe aber davon aus, dass der Preis für die Stadt leicht ansteigen werde, weil Ökostrom immer etwas teurer sei. Der Vertrag läuft für drei Jahre.

Von Sven Kühling

Mehr zu diesem Thema lesen Sie am Samstag in der gedruckten Ausgabe der HNA

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.