Seit vier Jahren werden zwei Einkaufsgalerien für Baunatals Innenstadt angekündigt – Ankermieter fehlt

Stadt hält an Ladencenter-Projekt fest

Weiter im Dunkeln: So soll die Europapassage bei Nacht aussehen. Der Blick von der Friedrich-Ebert-Allee zeigt links am Rand die Raiffeisenbank und im Hintergrund das Rathaus. Computerbild: Büro nps tchoban voss / nh

Baunatal. „Wir werden weiter darauf setzen.“ Bürgermeister Manfred Schaub (SPD) sieht keinen Grund, das Projekt zweier Ladengalerien für die Baunataler Innenstadt „zu beerdigen“.

Seit 2008 kündigt das Hamburger Unternehmen Procom das Vorhaben an, ohne dass etwas passiert ist. Während des jüngsten SPD-Parteitags machte Schaub allerdings auch deutlich, dass es keinen Baubeginn geben werde, bevor nicht der größte Teil der geplanten Flächen vermietet sei. Die Läden in zwei Gebäudekomplexen sollen nach dem Wunsch der Kommunalpolitiker die Innenstadt weiter beleben, durch die Zweiteilung des Komplexes sollen Laufwege an den vorhandenen Geschäften vorbei entstehen. Billigketten sind aber nicht gewünscht, das hat das Stadtparlament festgeschrieben.

Procom denkt jetzt offenbar auch an andere Nutzungen als Einzelhandel. Das deutete Bastian Hämmerle, zuständig für Immobilienentwicklung, gegenüber unserer Zeitung an. Mehr dazu will er im kommenden Monat sagen.

Auf dem Europaplatz, wo heute das Parkdeck Stadthalle steht, und auf dem Parkplatz Marktstraße sollen die Europapassage und das Baunacenter – so die Arbeitstitel – entstehen. Vor vier Jahren wurden 15 bis 16 Millionen Euro als Investitionssumme genannt, ferner war von 7200 Quadratmetern Verkaufsfläche und 520 Parkplätzen die Rede.

Danach hieß es immer wieder, man müsse zunächst abwarten, welche Geschäfte sich im neuen Hertingshäuser Einkaufszentrum Ratio-Land ansiedeln. Das Ratio-Land ist nun in Betrieb. Aber außer Schriftverkehr, mit welchen Unternehmen die Hamburger verhandeln, hat die Stadt von Procom keine Ergebnisse gesehen. Vor allem fehlt ein Ankermieter, sprich: ein größerer Magnet, der Kunden in eine Ladengalerie zieht.

Vor seinen SPD-Parteifreunden betonte der Bürgermeister einmal mehr: „Es kostet uns nichts.“ Die Stadt könne also gelassen bleiben, besitze aber andererseits keine Handhabe, das Vorhaben zu beschleunigen.

Von Ingrid Jünemann

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