Tanks kommen aus Kassel

Golf TGI fährt damit: Firma Hexagon baute 100.000 Gas-Behälter für VW

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100 000 Gas-Behälter für VW sind produziert: Die Geschäftsführer der Hexagon xperion GmbH Alfred Walberer (links) und Dr. Michael Kleschinski zeigen einen solchen Tank, der in den Golf TGI eingebaut wird.

Kassel. 250 bar Druck hält jeder der beiden Behälter im Heck des Golf TGI aus. Die stabilen Zylinder, die mit Erdgas befüllt werden und so den Kraftstoffverbrauch des Golf deutlich senken, kommen aus Kassel.

Die Firma Hexagon hat in diesen Tagen den 100 000. Erdgasbehälter für Volkswagen produziert.

Seit 2013 gebe es den Serienrahmenvertrag mit VW, erläutert Christina Becker, Sprecherin der Hexagon xperion GmbH, die ihren Sitz an der Otto-Hahn-Straße in Waldau hat. „VW ist unser größter Kunde.“

„Volkswagen will bis 2025 eine Million CNG-Fahrzeuge auf der Straße haben“, sagt Hexagon-Geschäftsführer Alfred Walberer. CNG steht für Compressed Natural Gas. Die Behälter werden also mit hohem Druck mit Erdgas befüllt. Derzeit, so der Geschäftsführer weiter, seien gerade mal 98 000 Autos mit dieser Technik unterwegs. Ein Ausbau dieses Geschäftes liegt für Hexagon deshalb nahe. „Wir erhöhen die Kapazität und nehmen viel Geld in die Hand“, sagt der Firmenchef.

130 Mitarbeiter kümmern sich derzeit an dem nordhessischen Standort des norwegischen Unternehmens um die Entwicklung, die Produktion und den Vertrieb der Behälter. Auch das Marketing und der Service werde von Kassel aus erledigt, so Christina Becker. Den Jahresumsatz für das Jahr 2017 gibt das Unternehmen mit 32 Millionen Euro an. „Wir sind Weltmarktführer im Bereich Pkw-Erdgas.“ Verwendet werden die Zylinder aus Kassel auch für das Befüllen etwa mit Wasserstoff oder Biogas. Zum Einsatz kommen die Tanks unter anderem in Bussen, die mit der Erdgas-Technik umweltfreundlich angetrieben werden. „Die Stadt Augsburg hat alle Busse auf CNG umgestellt“, nennt Walberer ein Beispiel.

Achtet auf die Sicherheit: Eric Müller von der Prozessentwicklung setzt einen Zylinder in ein Prüfgerät ein, in dem dieser mit dem eineinhalbfachen Betriebsdruck getestet wird.

Zudem gibt es Spezial-Lkw, auf deren Ladefläche mehrere dieser Behälter installiert sind. Diese können entweder zum Transport von Gas beziehungsweise als mobile Gas-Tankstellen eingesetzt werden. Schließlich, so Becker, gebe es bislang noch nicht so viele reguläre Tankstellen für CNG.

Die Erdgasbehälter werden in Waldau in einem Leichtbauverfahren produziert. Laut Walberer sind diese bis zu 75 Prozent leichter als Stahlbehälter. Das Geheimnis des Leichtbaus und der besonderen Stabilität liegt in dem speziellen Wickelverfahren. Ein Kunststoffbehälter wird mit Carbon und Glasfaser umhüllt. Das macht die Zylinder so stabil. Einige Modelle halten sogar bis zu 900 bar Druck stand.

Ganz besonders wichtig ist dem Unternehmen die Sicherheit. Jeder Produktionsschritt werde dokumentiert, erläutert Mit-Geschäftsführer Dr. Michael Kleschinski. Jedes Metallstück für das Ventil, jeder Behälter habe eine Seriennummer, die von einer Spezialkamera eingelesen werde, erläutert Kleschinski. „Bis zur Raumtemperatur wird alles dokumentiert..“

Seit der Übernahme durch den norwegischen Konzern Hexagon Composites habe sich der Betrieb in Waldau positiv weiterentwickelt, sagt Sprecherin Christina Becker. „Unter anderem wurden neue Mitarbeiter eingestellt.“ Auch derzeit suche das Unternehmen weiter Fachkräfte. „Wir haben zehn Stellen ausgeschrieben.“

Infos: Hexagon xperion GmbH, Otto-Hahn-Straße 5, 05 61/58 54 90, E-Mail: info@hexagonxperion.com, www.hexgonxperion.com

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