Verträge mit Autohäusern werden neu ausgehandelt

Kleineres Vertriebsnetz bei VW: Regionale Händler fühlen sich sicher

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Sieht der Umstellung gelassen entgegen: Holger Bindschus vom gleichnamigen Autohaus in Baunatal, hier auf dem Foto mit seiner Schwester Christiane Bindschus-Hasper.  

Kreis Kassel. Volkswagen will sein Händlernetz verkleinern und die Betreiber auf E-Mobilität und Digitalisierung vorbereiten. Das hatte der Vorstand jüngst angekündigt.

Doch was heißt das für die Händler in der Region? Zumindest in einigen Bereichen ein Umdenken. Updates für die digitale Technik in VW-Modellen werden beispielsweise künftig nicht mehr in der Werkstatt aufgespielt. Der Datenaustausch finde – wie beim Smartphone – durch die Luft ("Over-the-Air") statt, wie Florian Glinicke, Chef der Glinicke-Gruppe in Kassel erläutert.

Auch Glinicke muss die Händlerverträge für seine zehn Autohäuser mit der Marke Volkswagen neu abschließen. "Die Gespräche laufen schon lange", erläutert der Firmenchef. In die Verhandlungen zwischen dem Händlerverband und dem Vorstand in Wolfsburg sei das Kasseler Unternehmen als strategischer Partner von Volkswagen eingebunden.

Und das ist der Hintergrund: Marken-Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann hatte jetzt angekündigt, dass das Händlernetz verkleinert werde. 3500 Verträge sollen in ganz Europa neu verhandelt werden. Die bestehenden Verträge mit den Handelspartnern würden zum Ende des ersten Quartals gekündigt, die neuen Verträge sollten nach zweijähriger Kündigungsfrist ab April 2020 gelten, hieß es. Bis Weihnachten sollten diese unterschrieben sein.

Die Zahl der Autohäuser der Glinicke-Gruppe – von Kassel über Baunatal bis Weimar und Erfurt – werde sich nicht ändern, sagt Florian Glinicke. Für alle gebe es eine Verlängerung der Händler- beziehungsweise Serviceverträge. "Wir sehen dem positiv entgegen."

Die Neufassung der Papiere ist nach Ansicht des Firmenchefs dringend notwendig. Die alten seien 13, 14 Jahre alt. Da seien Themen wie E-Mobilität und Digitalisierung noch gar nicht aktuell gewesen.

Jürgen Klein, Chef des gleichnamigen Autohauses in Fuldatal-Ihringshausen, will sich noch nicht zu der Neuordnung des Händlernetzes äußern. Es sei noch zu früh, etwas dazu zu sagen, betont er auf Anfrage.

Und Holger Bindschus vom Autohaus Bindschus in Baunatal ist sich noch nicht sicher, ob seine Firma von der Neuausrichtung überhaupt betroffen sein wird. "Wir sind nur Service-Partner", sagt er. Natürlich müsse sich auch seine Werkstatt auf E-Mobilität und Digitalisierung einstellen. "Wir müssen auch die neue Fahrzeuggenartion reparieren, warten und instandhalten", sagt er. "Du musst dich den Standards, die der Hersteller vorgibt, anpassen."

Übrigens: Auf bauliche Veränderungen, die von Wolfsburg für die Standorte gefordert werden, müssen sich die VW-Händler der Region wohl diesmal nicht einstellen. "Da wird nichts kommen", sagt Florian Glinicke. Es könne höchstens sein, dass Ladestationen für E-Autos installiert werden müssen.

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