Förderhilfen

Studie belegt Unterversorgung im Kreis Kassel: Breitband für alle rückt näher

+
Glasfaser ist der Traum eines jeden Internetnutzers. Nur diese Technologie erlaubt flächendeckend Datenraten von 30 MBit pro Sekunde und mehr. Die Studie des Landkreises bestätigt nun: Der Bedarf ist da – und Fördermittel vom Bund stehen in Aussicht.   

Kreis Kassel. Wende im Breitbandausbau: Auch Gebiete, die schon einmal Breitbandförderung vom Land erhalten haben, aber immer noch unterversorgt sind und derzeit nicht von der Breitband Nordhessen ausgebaut werden, können dennoch Förderhilfen in Anspruch nehmen – allerdings vom Bund.

Zu diesem Ergebnis kommt die Breitbandstudie des Landkreises Kassel, die der Behörde jetzt in Gänze vorliegt. Dabei handelt es sich vor allem um die von der ACO versorgten Gebiete, die bereits in den Jahren 2009 bis 2012 mit Hilfe von Landesmitteln von der Kasseler Firma entwickelt wurden und deshalb aus rechtlichen Gründen kein zweites Mal vom Land unterstützt werden dürfen. Deshalb darf derzeit auch die Breitband Nordhessen GmbH dort nicht tätig werden – weil auch sie vom Land gefördert wird.

Das Problem

Dass nun doch vom Bund Mittel erwartbar sind, „ist der sich abzeichnenden Ungleichheit in Sachen Breitbandversorgung geschuldet“, sagt Landkreissprecher Harald Kühlborn. Schon 2015 hatte die Bundesregierung dieser Uneinheitlichkeit den Kampf angesagt und daher ein entsprechendes Förderprogramm aufgelegt, „von dem unsere benachteiligten Kommunen jetzt profitieren können“.

Damit ist nun auch belegt, dass das, was die ACO vor gut fünf Jahren an Funktechnik für die Breitbandversorgung installiert hat, in Zukunft nicht mehr ausreichen wird – schon gar nicht dann, wenn die Breitband Nordhessen bis Ende 2019 flächendeckend Glasfasertechnik für Datenraten von mindestens 30 MBit pro Sekunde installiert haben wird (50 MBit sollen angestrebter Standard sein).

Die Folgen

Auch Kritiker und eine Schar frustrierter ACO-Kunden fühlen sich durch die Studie bestätigt: Es gibt sie also doch, die weißen Flecken auf der Landkarte des schnellen Internets im Landkreis. Und sie sind vor allem da, wo die ACO ihre Dienste anbietet. „Zwar können wir wegen einer Stillschweigeverpflichtung vorerst keine Details nennen“, sagt Kühlborn. Doch helfe die Studie, diese weißen Flecken in Sachen Breitband nun zu beseitigen.

Die Lösung

Dabei will der Landkreis pragmatisch vorgehen. „Denn nicht nur wir, sondern auch viele Kommunen des Kreises haben unabhängig voneinander Studien zur Verbesserung ihrer jeweiligen Breitbandsituation in Auftrag gegeben“.

All diese Ergebnisse sollen nun zu einem Gesamtpaket für die Beantragung von Fördermitteln beim Bund zusammengeschnürt werden. „Da sind wir auf einem guten Weg“, sagt Kühlborn. Bis zum 8. September werde beim Land ein entsprechender Antrag eingereicht sein, der dann wiederum bis zum 29. September an den Bund weitergeleitet werden wird.

Tatsächlich sind die Kommunen in diese Angelegenheit schon etwas länger eingeweiht. Denn es muss auch ein Eigenanteil berappt werden. Der fällt mit Blick auf die Bundesförderung mit zehn Prozent für die Kommunen zwar gering aus, muss aber dennoch durch die politischen Gremien, um in die Haushalte eingestellt werden zu können. „Doch auch an dieser Stelle gibt es keine Schwierigkeiten“, sagt Kühlborn, zumal diese Eigenanteile noch einmal vom Land zur Hälfte gefördert werden könnten.

Bleibt die ACO?

Und wie sieht es künftig mit der Zusammenarbeit mit ACO aus? Hierzu will Kühlborn nichts sagen. Nur so viel: „Wir wollen flächendeckend mindestens 30 MBit haben. Und dazu werden wir die erforderlichen Schritte einleiten“. Anders gesagt heißt das: Spielt die ACO nicht mit, wird es für sie eng.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.