Busse und Bahnen: NVV und KVG lehnen Vellmars Antrag auf günstigeren Fahrschein-Tarif ab

Stadtfahrten werden nicht preiswerter

Unverändert: Eine Fahrt mit dem öffentlichen Nahverkehr in Vellmar - hier die Brüder-Grimm-Straße am Rathaus - wird weiterhin nach Preisstufe 1 - das Ticket für zwei Euro - berechnet. Archivfoto:  Wewetzer

Vellmar. Den preisgünstigeren Stadttarif für Busse und Bahnen wird es in Vellmar nicht geben. Denn, so argumentieren der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) und die KVG: Dies würde im Vergleich zu anderen Kommunen das bestehende Tarifgefüge infrage stellen.

Damit bleibt es in Vellmar bei der bisherigen Regelung: Innerhalb des Stadtgebietes gilt weiterhin die Preisstufe 1, die im Landkreis auch für alle Kommunen außerhalb Kassels bindend ist. Damit kostet eine einfache Fahrt weiterhin zwei Euro. Mit dem Stadttarif hätte der Kunde in Vellmar nur 1,60 Euro berappen müssen.

Warum der Antrag zur Einführung des preisgünstigeren Stadttarifs, den die Stadt Vellmar bei NVV und KVG gestellt hatte, nicht positiv beschieden wurde, liegt laut NVV-Sprecherin Sabine Herms auch daran, dass Vellmar über Busse und Bahnen „sensationell gut“ angebunden sei. Das bedeute aber auch mehr finanziellen Aufwand als bei weniger gut versorgten Kommunen. Deshalb würde es sich nicht rechnen, mit niedrigeren Ticket-Preisen und damit weniger Einnahmen den gleichen Aufwand zu betreiben.

Dazu kommt: Die Einwohner flächengroßer Kommunen mit weit auseinanderliegenden Ortsteilen sind oft zwingend auf den öffentlichen Nahverkehr mit zum Teil weiten Strecken angewiesen - auch deshalb gilt dort der günstigere Tarif.

Wer aus Vellmar über die Stadtgrenzen hinausfahren will, für den bleiben die Tarife ebenfalls unverändert. Für die Stadtteile Frommershausen, Obervellmar, Stadtmitte und einen Teil von Niedervellmar gilt der Kassel Plus-Tarif für 3,30 Euro pro Fahrt. Vellmar-West und der restliche Teil von Niedervellmar fallen wegen ihrer Nähe zu Kassel unter den Stadt-Kassel-Tarif, bei dem das einfache Ticket dann nur 2,50 Euro kostet.

Die Vellmarer Stadtverordneten hatten den Magistrat Ende November 2011 auf Antrag der SPD aufgefordert, mit NVV und KVG Verhandlungen für das günstigere Ticket zu führen. Bei der Stadt akzeptiert man das Nein zum Stadttarif: „Wir akzeptieren die Entscheidung“, sagte Bürgermeister Dirk Stochla. Die Gründe seien der Stadt verständlich erklärt worden. „Das ist für uns nachvollziehbar.“

Von Stefan Wewetzer

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