Erweiterung am Baunsberg und im Zentrum

Stadtwerke Baunatal: Fernwärme-Netz soll wachsen

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Übergabestation: Axel Kaiser (links), technischer Leiter der Baunataler Stadtwerke, und Wassermeister Dirk Forster erläutern den Weg der Fernwärme. In den Rohren hinten links kommt sie vom VW-Werk, hinten rechts beginnen die Leitungen zu angrenzenden Häusern an der Akazienallee im Altenbaunaer Baunsberg-Quartier.

Baunatal. Die Baunataler Stadtwerke wollen das 34 Kilometer lange Fernwärmenetz in der Stadt ausbauen. Ziel ist, wirtschaftlich zu bleiben und zugleich mehr umweltfreundliche Energie anzubieten.

Die Fernwärme kommt aus dem VW-Kraftwerk, das einen hohen Wirkungsgrad hat: Die dort 2012 in Betrieb gegangene Gas- und Dampfturbinenanlage wandelt mehr als 90 Prozent der Primärenergie, überwiegend Gas, in Strom und Wärme um. Momentan könnten die Stadtwerke 28 Megawatt Leistung abnehmen, tatsächlich sind es jedoch nur 15 Megawatt. Der Vertrag mit VW läuft dieses Jahr aus, doch wird zurzeit über einen neuen Kontrakt über zehn Jahre verhandelt.

Die Stadtwerke bedienen 190 Kunden, darunter mehrere Wohnungsunternehmen und öffentliche Gebäude. Die Erweiterung des Netzes am Baunsberg und im Zentrum sei „zwingend notwendig“, so heißt es in einem Papier der Werke. Nur so könne man in den nächsten zwei Jahrzehnten Versorgung zu bezahlbaren Preisen sichern. Dabei setze man auf Bereiche, die an bestehende Leitungen angrenzen. „Jeder Kunde mehr reduziert hier letztlich die Fixkosten“, sagt Jürgen Grimm, Chef der Stadtwerke.

Als nächstes sind laut Axel Kaiser, technischer Leiter der Stadtwerke, Häuser an der Langenbergstraße in der Stadtmitte im Visier. Der Grund: Westlich davon wurde gerade das künftige Wohnquartier Stadtpark für 350.000 Euro angebunden. Da bedeute es relativ wenig Aufwand, weitere Haushalte anzuschließen.

Die Stadtwerke haben ferner den östlichen Teil der Lindenallee am Nordrand des Altenbaunaer Baunsberg-Quartiers, das Gebiet zwischen Lärchenweg und Baunsbergstraße und ein für kommende Jahre geplantes Neubaugebiet an der Akazienallee im Blick. Letztlich ist Zielrichtung, mehr Bereiche des Stadtzentrums, etwa das in der alten Post entstehende Sozialzentrum, und den gesamten südwestlichen Fuß des Baunsbergs auf Altenbaunaer Seite zu versorgen. „Allerdings nicht um jeden Preis“, sagt Grimm: Es müsse sich natürlich rechnen. Mit Fernwärme versorgt werden heute in erster Linie Mehrfamilienhäuser am Baunsberg sowie öffentliche Einrichtungen – etwa Rathaus, Rundsporthalle und Theodor-Heuss-Schule.

Darüber hinaus wollen die Stadtwerke bei allen Baugebieten die Wirtschaftlichkeit zentraler Wärmeversorgung prüfen und eine solche bei positivem Ergebnis auch betreiben. Wo allerdings das bestehende Netz zu weit entfernt liegt, mache ein Anschluss keinen Sinn, sagen Grimm und Kaiser. Sie nennen das Beispiel des geplanten Gebiets Weißes Feld am Trineweg in Großenritte. Da kämen eher Nahwärmelösungen mit Blockheizkraftwerken in Frage. Auch hier solle indes untersucht werden, ob es sich für den Eigenbetrieb der Stadt Baunatal lohnt, einzusteigen.

Von Ingrid Jünemann

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