Städtische Werke zu Vorwürfen in Sachen Windkraft: "Wir tricksen nicht "

Kreis Kassel. Als „nicht nachvollziehbar" bezeichnen die Städtischen Werke Kassel auf HNA-Anfrage den Vorwurf der Bürgerinitiative (BI) „Lebenswertes Helsa", der Energieversorger operiere bei der Zahl der von ihm im Kaufunger Wald und im Stiftswald geplanten Windkraftanlagen mit falschen Zahlen.

BI-Sprecher Ralf Schwendt hatte erklärt, neben den bekannten 14 Rotoren würden in der Vorlage für die jüngste Sitzung der Kasseler Stadtverordnetenversammlung weitere Anlagen unter anderem auf dem Buchberg bei Helsa und im Gebiet zwischen Wickenrode und Helsa erwähnt.

Diese Flächen seien allesamt im noch zu beschließenden Regionalplan als so genannte Vorrangflächen für Windkraftanlagen ausgewiesen, sagte Werke-Sprecher Ingo Pijanka. Dieser politische Beschluss sei bekannt.  

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Allerdings kritisiert die BI, dass einzelne Anlagen durch das Regierungspräsidium (RP) Kassel genehmigt werden können, ohne dass die Bevölkerung daran beteiligt wird. Es handelt sich dabei quasi um eine vorzeitige Genehmigung einzelner Windkraftstandorte, die Teil des Regionalplans Wind sind.

Bei den Werken will man nichts von dem Vorwurf wissen, das städtische Unternehmen drücke Projekte an den Bürgern vorbei durch. Die Werke hätten stets von den Projekten „Drei Berge“, „Kaufunger Stiftswald“ und „Moskau/Kreuzstein“ gesprochen. Gegenüber der HNA äußerte sich Unternehmenssprecher Pijanka noch einmal im Detail über die einzelnen Standorte.

• Projekt „Drei Berge“ (Rohrberg/Hirschberg/Buchberg): Aktiv sind die Werke aktuell lediglich am Rohrberg unweit von Hirschhagen. Dort sollen sechs Anlagen entstehen. „Der Standort Hirschberg ist zurzeit aufgrund naturschutzfachlicher Bedenken zurückgestellt“, sagte Pijanka. „Sollten sich diese Bedenken bestätigen, werden wir dieses Projekt auch nicht weiter verfolgen.“ Gleiches gelte für den Buchberg bei Helsa. Pijanka: „Hier kommen noch wirtschaftliche Überlegungen hinzu.“

• Projekt Stiftswald: Im Stiftswald zwischen Oberkaufungen, Helsa und Eschenstruth sind laut Pijanka konkret neun Windräder geplant, und zwar am Großen Belgerkopf und am Bielstein. Dort laufen wie am Rohrberg zurzeit Untersuchungen zu Abständen, Schall und Schattenwurf, Natur- und Artenschutz. Für Stiftswald und Rohrberg können nach dem Beschluss des Kasseler Stadtparlaments nun Projektgesellschaften gegründet werden.

• Projekt Moskau/Kreuzstein: Konkrete Planungen zu dem Standort gibt es nach Angaben des Werke-Sprechers zurzeit nicht.

Rubriklistenbild: © dpa

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