Ständig auf Suche nach neuen Autoren

Trotz knapper Kasse: Schauenburger Märchenwache ist ein Selbstläufer 

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Erinnerung an Peter Kurzeck: Alexander Losse vom Stroemfeld-Verlag (von links) erklärte Joachim Eisenberg und Sabine Köttelwesch beim Gang durch die Ausstellung die Stationen im Leben des 2013 gestorbenen Autors (Foto links oben)

Schauenburg. Der im November 2013 mit 70 Jahren gestorbene Schriftsteller Peter Kurzeck ist ein gutes Beispiel für den Aufstieg der Schauenburger Märchenwache. Bei seinem ersten Auftritt in der ehemaligen Feuerwache in Breitenbach wollten gerade mal sieben Besucher seine autobiografischen Geschichten hören. Als er fünf Jahre später nach Schauenburg kam, war seine Lesung ausverkauft.

Auch am Wochenende beim lebensgeschichtlichen Leseabend über die Werke dieses Frankfurter Schriftstellers, der aus Böhmen (heute Tschechien) stammte, war die Märchenwache voll besetzt. Mit über 3000 Besuchern jedes Jahr ist das heimelige Kulturzentrum zu einem Selbstläufer geworden. „Wir sind immer auf der Suche nach neuen Autoren und Trends“, sagt Christian Abendroth, Vorsitzender des Fördervereins. Er und seine Mitarbeiterin Hanika Bernard, eine Sportwissenschaftlerin, haben das Feuilleton und die Buchmessen immer im Blick. „Viele Verlage melden sich schon von selbst“, sagt Bernard. Ihr ist wichtig, dass die Märchenwache flexibel bleibt. Deshalb sei das Programm für 2014 auch noch nicht vollständig.

Hanika Bernard

Bernard muss den schwierigen Spagat zwischen den räumlichen und finanziellen Unzulänglichkeiten der Märchenwache und einem attraktiven Programm schaffen. Für Projekte müssen immer wieder neue Sponsoren gewonnen, die Volkshochschule, Kooperationspartner und finanzieller Unterstützer, jeweils ins Boot geholt werden. Die Zusammenarbeit funktioniere gut, sagt Abendroth. Beim Kurzeck-Abend übernahm Dr. Klaus-Peter Lorenz von der Volkshochschule die Moderation. Manches scheitert an der Beengtheit. Sogar Nobelpreisträger Günter Grass habe einmal Interesse gehabt, aber dann doch wegen des kleinen Zuhörerraums abgesagt.

Diesen Sommer wird die Märchenwache zweimal in Kassel mit Ausstellungen Flagge zeigen. Das geschieht zu Ehren ihres wichtigsten Künstlers, Albert Schindehütte, der 75 Jahre alt wird. (pdi)

Von Peter Dilling

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