Marte Meo-Konzept in Kita Lohfelden etabliert – Fortbildung absolviert

Lob stärkt Selbstvertrauen

Das Team der ASB-Kindertagesstätte in Lohfelden: Die Mitarbeiterinnen freuen sich mit Leiterin Marlies Nagel (Mitte), das Marte Meo-Zertifikat in den Händen zu halten. Foto: Kothe

Lohfelden. 120 Kinder im Alter bis zu sechs Jahren, 120 verschiedene Persönlichkeiten: Das Team der ASB-Kindertagesstätte Lohfelden möchte jedes Kind optimal und individuell betreuen und fördern. Dabei bedienen sich die Erzieherinnen künftig auch der Methode „Marte Meo“, was übersetzt „Aus eigener Kraft“ bedeutet.

„Das Konzept von Marte Meo hat uns überzeugt“, sind sich Kita-Leiterin Marlies Nagel und Britta Bender-Rothenpieler, Sozialpädagogin und Sprachexpertin in der Kita, einig. Marte Meo unterstützt mit einfachen Hilfsmitteln und praktischen Tipps die Entwicklung von Kindern. Situationen aus dem Erziehungsalltag werden per Video gefilmt und dann gemeinsam ausgewertet.

Ohne Streit und Tränen

Defizite und Schwächen stehen nicht im Vordergrund der Analyse. Die positiven Ansätze von Kindern und Erwachsenen im Umgang miteinander werden hervorgehoben und damit gestärkt. Ziel ist es, aus dieser Erfahrung heraus Kraft zu schöpfen und im Erziehungsalltag die Kommunikation zu verbessern und Probleme zu beseitigen.

„Es macht einen großen Unterschied aus, ob ich sage: Räum jetzt auf. Oder: Du hast ja schon eine Kiste geholt. Das ist aber toll“, macht Sonja Spitzer an einem Beispiel deutlich. Das Lob motiviere mitzumachen. So müsse das Aufräumen nicht zu einem Konflikt führen.

Spitzer ist eine von 20 Erzieherinnen und Sozialpädagoginnen in der Lohfeldener Kita, die an der einjährigen Fortbildung bei Marte-Meo-Supervisorin Helga Meier-Warnke aus Kassel teilgenommen hat.

Ein Kind zum Aufräumen zu animieren, ohne dass es zu Trödeleien, Streit oder Tränen kommt – das ist eine Frage der richtigen Kommunikation und Kooperation, der Leitung und der positiven Bestätigung. So lautet das Credo von Marte Meo.

„Die Methode vermittelt Wege, Kinder in ihrer Entwicklung durch bewusste Erfahrung zu unterstützen, dabei an ihre Fähigkeiten anzuknüpfen und ihr Selbstvertrauen zu stärken“, erläutert Bender-Rothenpieler. Kommunikation nach dem Prinzip Marte Meo ist intuitiv. Direkter Blickkontakt, klare Botschaften, aufmunternde Mimik, Gestik, Stimme und Sprache sind dabei wichtige Elemente. Ziel ist es, die Initiativen von Kindern zu bemerken, zu benennen und zu bestätigen, mit ihnen in Kontakt zu kommen und auf ihre Signale zu reagieren.

Ende 2013 hat das Kita-Team die Fortbildung abgeschlossen. Jede Mitarbeiterin hält nun ein Zertifikat in den Händen, das sie als Marte Meo-Praktikerin ausweist. „Die Fortbildung hat den Blick für die Kinder geschärft“, sagt Claudia Ringelberg. „Sie hat einiges in der pädagogischen Arbeit verändert. Zum Beispiel im Umgang mit Konflikten“, ist sich Sandra Jung sicher. (pke)

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