Mädchen lernten im Ferienprogramm erfolgreich Strategien zur Selbstverteidigung

Stark und ohne Angst

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Mit viel Eifer dabei: Die jungen Teilnehmerinnen hatten großen Spaß an dem Kurs mit Jugendarbeiterin Sandra Dötenbier und Selbstverteidigungstrainerin Anette Messing.

Fuldatal. Wenn Jolene die Schildkröte macht, ist nicht gut Kirschen essen mit der Zehnjährigen. Mit bösem Blick und hochgezogenen Schultern fixiert die Teilnehmerin des von der Jugendarbeit Fuldatal ausgerichteten Selbstverteidigungskurses ihr Gegenüber.

Dann formt sie ihre Hände zur Kralle, zieht das Knie an und versetzt dem fiktiven Angreifer einen gehörigen Tritt. Mit der wieselflink ausgeführten Technik hat sich das junge Mädchen im Nu aus dem bedrohlichen Würgegriff befreit und staunt am Ende selbst über ihre eigene Courage. „Das hat ja richtig gut geklappt. Jetzt weiß ich, wie man sich selbst schützt und Grenzen setzt.“

Das war auch eines der Ziele des Kurses „Nicht mit mir!“ unter der Leitung von Anette Messing. Die lizensierte Selbstverteidigungstrainerin war im Rahmen der Ferienprogramms auf Einladung der Jugendarbeiterin Sandra Dötenbier in die Ihringshäuser Schulsporthalle gekommen. Gemeinsam mit den 15 teilnehmenden Mädchen widmeten sich Messing und Dötenbier an zwei Tagen zahlreichen Themen rund um Gewalt und Prävention.

„Es ist erstaunlich, wie engagiert die Mädchen bei der Sache sind“, lobt die Sozialpädagogin den Eifer der Nachwuchskämpferinnen. Wissbegierig zeigten sich auch Jana und Alena: „Es macht Spaß, neue Griffe zu lernen und zu spüren, dass man sich auch als Mädchen richtig gut wehren kann.“

Beim Gewaltpräventions-Projekt des Deutschen Ju-Jutsu-Verbandes (DJJV) bringt die ausgebildete DJJV-Referentin den Acht- bis Zwölfjährigen aber mehr als nur Handgriffe bei. „Die Selbstverteidigung sollte als das letzte Mittel gesehen werden“, sagt Messing. Ebenso wichtig sei es daher, detailliert auf Möglichkeiten der Gewaltprävention sowie der Selbstbehauptung einzugehen.

„Ich arbeite dabei nach dem Ampelprinzip. Das Vermeiden von Gewalt ist der grüne, die Selbstbehauptung der gelbe Bereich. Mit der Selbstverteidigung ist die rote und letzte Stufe erreicht.“

Eine Vorgehensweise, die bei den Kindern gut ankam. „Wir haben an den zwei Tagen viel gelernt und großen Spaß gehabt“, waren sich Jana und Alena einig. Angetan war auch Jolene: „Die Übungen waren toll. Am besten waren die Rollenspiele, bei denen wir gelernt haben, wie man sich bei Gefahr verhält. Das gibt mir ein gutes und sicheres Gefühl.“

Darum ging es auch Jugendarbeiterin Sandra Dötenbier. „Kinder sollen sich möglichst gestärkt, angstfrei und sicher bewegen können. Die gelungene Kooperation mit Anette Messing hat wesentlich dazu beigetragen.“

Von Martina Sommerlade

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