Präventionsprojekt an der Helfensteinschule in Weimar – Spendenlauf soll weitere Finanzierung sichern

Starke Kinder sind fit fürs Leben

An einem Strang: Beim Seilziehen lernen die Kinder, dass sie in der Gemeinschaft Dinge schaffen, die sie alleine nicht können. Zusammen sind (von links) Laura, Alida, Jan, David und Benita stärker als Gewaltpräventionstrainer Ernesto Plantera. Foto: Schilling

Ahnatal. Selbstbewusst durchs Leben gehen, sich behaupten können, Teamfähigkeit, Toleranz und Empathie - all das sind wichtige Kompetenzen, die Kinder erlernen müssen. Mit dem Projekt „Starke Kinder für Ahnatal“ will die Helfensteinschule in Weimar ihre Schüler dabei unterstützen.

Im Mittelpunkt des Pilotprojektes stehen die Förderung sozialer Kompetenzen und die Gewaltprävention. Ein wichtiger Bestandteil ist die Zusammenarbeit mit dem Präventionsprogramm „Fit Kids“ der Protex-Group. Um dieses Programm auch im kommenden Jahr finanzieren zu können, wird Geld benötigt. Daher lädt die Schule für Freitag, 28. September, zu einem Spendenlauf ein.

„Wir wollen den Kindern helfen, sich selbst zu schützen“, erklärt Schulleiterin Annerose Ziegler-Möller. „Sie sollen nicht mit Angst durchs Leben gehen, sondern selbstbewusst und stark.“ Um das zu erreichen, werden fächerübergreifend soziale Kompetenzen im Unterricht trainiert. Zudem unterstützen Angebote wie der Klassenrat und das Schülerparlament die Kinder dabei, Eigenständigkeit zu üben und Verantwortung zu übernehmen.

Fit Kids ergänzt das Angebot. In der ersten und zweiten Klasse kommen die Gewaltpräventionstrainer einmal pro Woche für eine Stunde in die Schule, in der zweiten und dritten Klasse alle zwei Wochen. Auf dem Programm stehen Rollen- und Ratespiele sowie praktische Übungen in den Bereichen Verhaltenstraining, Selbstbehauptung, Körperbewusstseinsschulung und Wahrnehmungstraining.

„Mit Protex haben wir einen Partner, der eine gute Ergänzung ist für unser Konzept“, sagt Ziegler-Möller. Und Ernesto Plantera, Gewaltpräventionstrainer von Protex, sagt: „In der Grundschule werden die Weichen gestellt. Wenn die Kinder hier stark gemacht werden, gehen sie ihren Weg. So können wir mit der Gewaltprävention vermeiden, dass Kinder zu Opfern oder Tätern werden.“

Spenden und Sponsoren

Die Fit-Kids-Stunden kosten pro Monat etwa 1000 Euro. Finanziert werden sie zu einem Drittel aus der Elternspende und zu einem Drittel über weitere Spenden und Sponsoren, um die sich zum großen Teil der Förderverein bemüht. Das letzte Drittel trägt Protex.

Für die Schüler ist die Teilnahme kostenlos. „Das war uns von Anfang an wichtig. Denn alle Kinder sollten daran teilnehmen“, sagt Axel Lecke, Vorsitzender des Fördervereins.

Angelegt ist das Pilotprojekt, das seit zwei Jahren läuft, zunächst auf vier Jahre. Ein Ziel ist es laut Plantera, Lehrer als Multiplikatoren auszubilden, die das Fit-Kids-Programm weiterführen können.

Eckhard Mayer, Vorsitzender des Elternbeirates, ist vom Erfolg des Projektes überzeugt. „Das Training hat unserer Tochter sehr gutgetan. Sie ist selbstbewusster geworden und auch zu Hause jeder Diskussion gewachsen. Das ist ein sehr beruhigendes Gefühl für uns Eltern.“

Dass es nicht darum geht, Kindern Angst zu machen, betont auch Lecke. „Sie sollen lernen, Gefahren zu erkennen und zu vermeiden. Und ein Gefühl dafür bekommen, was gut für sie ist und was nicht.“

Von Meike Schilling

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.