Vorstandsduo Rexmann und Deuchert führt Energiegenossenschaft Kaufungen

Start mit 45 Gründern

Satzung unterzeichnet: Werner Kördel (links) und Robert Hantke traten auf diese Weise der Genossenschaft bei.

Kaufungen. Die Gemeinde Kaufungen hat einen großen Schritt auf dem Weg zu einer Energieversorgung in eigener Regie nach vorn getan: Am Montag gründeten 45 Bürger die Energiegenossenschaft Kaufungen in der Gaststätte Hessenperle und zeichneten damit gleichzeitig Geschäftsanteile von 500 Euro.

22 500 Euro Startkapital

Somit verfügt die Genossenschaft über ein Startkapital von 22 500 Euro. Bis August soll das erste Projekt umgesetzt sein, eine Fotovoltaikanlage auf dem Kaufunger Bürgerhaus.

Im Anschluss an die Gründung wählte die Generalversammlung einen zweiköpfigen Vorstand auf fünf Jahre und einen aus sieben Personen bestehenden Aufsichtsrat, der drei Jahre amtieren soll. Burkhard Rexmann, 50-jähriger Schreinermeister, und Raymond Deuchert (38), Architekt, Anlagenplaner für erneuerbare Energien und Mitglied der Kommune Niederkaufungen, werden die Genossenschaft als gleichberechtigte Vorstände führen. Sie gehörten wie auch die sieben Aufsichtsratsmitglieder der Initiativgruppe an, die die Gründung der Genossenschaft vorbereitet hat. Zu den Gründungsmitgliedern zählt auch die Grüne Linke Liste Kaufungen und Bürgermeister Arnim Roß (SPD), der allerdings als Privatmann seinen Anteil zeichnete.

„Wir wollen die Verantwortung für die Energie übernehmen, die wir selbst verbrauchen, und für künftige Generationen“, beschrieb Rexmann das Leitbild der Genossenschaft. Mittelfristig sollen 1,5 Millionen Euro aufgebracht werden, um sich am Stromnetz zu beteiligen, das künftig die Gemeinde in eigener Regie betreiben könnte. Das sei auch mit einem laut Satzung auf 20 Anteile pro Person beschränkten Erwerb von Genossenschaftsmitgliedern zu erreichen, meinte Rexmann. Auf diese Weise erhielten alle Bürger der Gemeinde eine Mitbestimmungsmöglichkeit bei der Energieversorgung.

Vorstand ehrenamtlich

Auf Rendite für ihren Anteil werden die Genossen wohl einige Jahre warten müssen. Es wird dauern, bis die Genossenschaft Erträge erwirtschaften kann. Daher arbeitet das Vorstandsduo zunächst ehrenamtlich. Die Generalversammlung ermächtigte aber den Aufsichtsrat, rückwirkend eine Aufwandsentschädigung zu zahlen, wenn die Gewinnschwelle überschritten wird. Die Kontrolle über die regionale Energieerzeugung und den Vertrieb scheint bei den Genossen ohnehin im Vordergrund zu stehen. Nach längerer Diskussion beschloss die Generalversammlung mit großer Mehrheit, dass der Vorstand beim Bau einer Fotovoltaikanlage möglichst auf deutsche Produkte zurückgreifen soll, auch wenn das die Rendite für die Genossen schmälert. Deutsche Module seien zwischen zehn und 20 Prozent teurer als solche aus Übersee, sagte Raymond Deuchert. Ab sofort können weitere Interessenten der Genossenschaft beitreten und Anteile zeichnen. (pdi) Info und Kontakt: www.energiegenossenschaft-kaufungen.de, Burkhard Rexmann, Tel. 05605/70971

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