Neuer Kreisschülerrat will mehr Mitbestimmung und kämpft mit Hürden

Start vom Nullpunkt aus

Neues Team bringt frischen Wind: Marius Schmidt (vorn von links), Carolin Arbter, Julia Weirasczcyk und die übrigen Mitglieder des Kreisschülerrats haben sich erst einmal eine Geschäftsordnung gegeben. Die inhaltliche Arbeit soll jetzt beginnen. Foto: Dilling

Kreis Kassel. „Wir wollen ein ernstzunehmender Gesprächspartner werden, möglichst in allen Ausschüssen des Kreistags vertreten sein und eigene Anträge dort stellen“, sagt Caroline Arbter, neue Sprecherin des Kreissschülerrats, der die Interessen von Schülern aus 16 Schulen des Kreises und der Stadt Kassel nach vorn bringen soll. Das klingt gut. Es gibt aber ein Problem: Das Gremium kämpft aus Sicht von Arbter mit Hürden, die im teilweise schlechten Zustand der Schülermitbestimmung insgesamt begründet sind. Es gebe Schüler, die wüssten nicht einmal, was der Kreisschülerrat ist, sagt die 19-jährige, die nächstes Jahr ihr Abi an der Herderschule macht.

Es fängt damit an, dass laut Arbter sich nur 13 der 16 Schulen an der Wahl zum KSR beteiligt hätten. Die THS Baunatal habe beispielsweise gefehlt. Bei Übernahme des Sprecheramtes habe sie feststellen müssen, dass es weder einen Internetauftritt noch eine Präsenz auf der Plattform Facebook gebe, berichtet Arbter. Man sei dabei, das zu ändern. Auch die Zusammenarbeit mit dem Stadtschülerrat, der die Kasseler Schulen vertritt, müsse verbessert werden.

Das gilt aus Sicht des Vorstands auch für die Schülervertretungen (SV) der angeschlossenen Schulen im Landkreis. Häufig hätten die Schülervertretungen Probleme, sich gegen die Lehrerschaft durchzusetzen, sagt Marius Schmidt, einer von zwei Stellvertretern Arbters. Der 16-Jährige besucht die Gesamtschule Kaufungen. Es komme häufig vor, dass Fehlzeiten von Schülervertretern ins Zeugnis eingetragen würden, obwohl diese Anspruch auf Freistunden für die Sitzung der SV hätten. Lehrer zeigten nicht immer Verständnis, wenn solche Sitzungen während der Unterrichtszeit abgehalten werden. Zu Gesamt- oder Fachkonferenzen würden Schülervertretungen häufig nicht eingeladen, obwohl sie Anspruch darauf hätten. „Die Schülervertretungen können sich an uns wenden, wenn sie solche oder andere Probleme haben“, sagt Schmidt.

Bisher hab sich der KSR vorwiegend auf die Ausrichtung des jährlichen Schülerseminars auf den Sensenstein beschränkt, sagt Arbter. Nun wolle man die Öffentlichkeit für die Belange der Schüler mobilisieren. Der Vorstand werde die Gechäftsstellen der Parteien anschreiben. Beim Adventsmarkt im Vorderen Westen werde der KSR mit einem eigenen Stand vertreten sein.

Info und Kontakt: carolinarbter@ksr-kassel.de. Der KSR ist auch bei facebook.

Von Peter Dilling

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