Spartanisch in den Anfängen

Feuerwehr Wahnhausen besteht 75 Jahre

Freude über neues Fahrzeug: Stolz sind die Wahnhäuser Wehrleute auf ihr Fahrzeug, dass sie zusammen mit dem damaligen Ortsbrandmeister Hans-Hermann Trost (links) bei der Herstellerfirma Metz in Karlsruhe abholen.

Fuldatal. Eine wechselvolle Geschichte hat die Freiwillige Feuerwehr Wahnhausen seit ihrer Gründung im Jahre 1937 erlebt. Am kommenden Wochenende feiert die Fuldataler Ortsteilswehr ihr 75-jähriges Bestehen.

„Leider haben wir keinerlei Unterlagen über die damalige Gründung der Freiwilligen Feuerwehr, lediglich das Kassenbuch aus dem Gründungsjahr ist noch vorhanden“, berichtet Sascha Arend, Vorsitzender des Feuerwehrvereins. Dieses Buch bildet die Grundlage für das Jubiläumsfestes vom 31. August bis zum 2. September, das die Wehr im Festzelt an der Busschleife feiert.

Feuerwehr Wahnhausen feiert 75-jähriges Bestehen

Wahnhausen war im Dritten Reich eine der letzten Wehren, die sich Bereich der heutigen Gemeinde Fuldatal von der bis dahin üblichen Pflichtfeuerwehr zu einer Freiwilligen Feuerwehr umorganisierte. Wenn man die Festschrift zum Jubiläum aufmerksam liest, kann man das Auf und Ab in der freiwilligen Wehr unschwer erkennen.

Erster Brandmeister war nach der Gründung Karl Pott, der das Amt auch während des Zweiten Weltkrieges ausübte. Danach folgte der Schumacher Eduard Schütz bis zum Frühjahr 1949, als eine Pflichtfeuerwehr einberufen wurde.

Wehrarbeit früher: Die Mitglieder der Wahnhäuser Wehr mit ihrer Tragkraftspritze. Repros: Hobein

Es gelang aber schnell, wieder eine Freiwillige Wehr zu bilden, die dann von Armin Heckmann geführt wurde. Das Amt des Brandmeisters wechselte in dem kleinen Fuldadorf häufig. Zwischendurch übernahmen Moritz Schütz und Kurt Spohr die Wehrführung, ehe dann wieder Armin Heckmann das Kommando übernahm. Die spartanische Ausrüstung der Wehr in der Vor- und Nachkriegszeit, mit der auch einige Brände im Ort zu bekämpfen waren, verbesserte sich erst nach der Gebietsreform.

Zwar hatte man eine Tragkraftspritze, die 1962 durch eine neue ersetzt wurde. Die kleine Gemeinde Wahnhausen konnte aber erst 1966 mit viel Eigenhilfe das Feuerwehrhaus erstellen.

1969 kam das erste Fahrzeug durch eine Beschaffungsaktion des Landes nach Wahnhausen. 1967 war Heinz Buhle Ortsbrandmeister gweorden. Die Ausrüstung wurde in den vergangenen Jahren immer wieder modernisiert. 1998 wurde ein neues Löschfahrzeug (LF 8/6), in den Jahren 2001 bis 2003 das Feuerwehrhaus erweitert.

Mehrere Brände in Wahnhausen, so in den Jahren 1999 und 2004 sowie größere Einsätze außerhalb des Ortes rechtfertigten letztlich die Investitionen.

Ein Meilenstein für die Wahnhäuser Wehr war die Jugendfeuerwehr, die am 15. November 1978 gegründet wurde. Hieraus konnte die Einsatzabteilung immer wieder ihren Nachwuchs übernehmen.

Heute sind zwei Mädchen und zehn Jungen in der Jugendfeuerwehr aktiv. In der Einsatzabteilung sind zurzeit fünf Frauen und 13 Männer aktiv und Jörg Höhmann fungiert als Wehrführer. Dem Feuerwehrverein gehören insgesamt 128 Mitglieder an.

Von Klaus Hobein

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