Eschenwaldschule: Eventuell Kombiklasse

Gemeinde Helsa und Schulgemeinde wollen Standort sichern

Lebendige Schule: Die Kinder der Eschenwaldschule vergnügen sich vor und an der Kletterwand auf dem Schulhof. Sie finden, dass ihre Schule erhalten bleiben muss. Foto: Schindler

Helsa. „Die Eschenwaldschule ist in keinster Weise gefährdet“ – mit dieser Aussage reagiert die Helsaer Vize-Bürgermeisterin Ute Wolfram-Liese (SPD) auf Spekulationen, der Grundschule in Eschenstruth könnte mittelfristig die Schließung drohen.

Die Zahl der Kinder in Eschenstruth sei mit zwölf Geburten im vergangenen Jahr wieder deutlich gestiegen, sagte die Kommunalpolitikerin.

Der Kreistag hatte Anfang Februar bei der Verabschiedung des Schulentwicklungsplans auf die geringe Kinderzahl in Eschenstruth hingewiesen, die nach 2017 zu Problemen führen könnte.

Das Land Hessen gibt als Mindestzahl für eine Grundschulklasse 13 Kinder vor. Sind es weniger, stellt das Kultusministerium keine Lehrkraft zur Verfügung; dann kann keine Klasse gebildet werden.

„Wir werden alle Register ziehen, damit der Schulstandort erhalten bleibt“, sagt Ute Wolfram-Liese. „Wir stecken den Kopf nicht in den Sand. Es gibt keine akute Bedrohung“, fügt Schulleiterin Sonja Jansen hinzu. Man werde die Entwicklung der Schülerzahlen beobachten und entsprechend reagieren, um eine Schließung zu verhindern.

Kombiklasse könnte mögliche Lösung sein

Möglich ist beispielsweise, aus zwei Jahrgängen eine gemeinsame Kombiklasse zu bilden, um auf die Mindestzahl von 13 Kindern zu kommen. Die Schulleiterin sieht sogar pädagogische Vorteile darin, jüngere und ältere Kinder gemeinsam zu unterrichten. Man werde dies aber nicht über die Köpfe der Eltern hinweg entscheiden, sondern den Elternbeirat intensiv einbinden, so Jansen. Weitere Möglichkeiten zur Sicherung des Schulstandorts seien etwa eine enge Zusammenarbeit mit der Schäferlandschule in Helsa oder die Kooperation mit einer Förderschule.

„Wir sind klein, aber fein“, sagt die Schulleiterin. „Zwergschulen haben Qualität“, das zeigten die guten Lernerfolge.

Für Verwirrung hatten in Helsa die Zahlen des aktuellen Schulentwicklungsplans gesorgt. Dort sind, mit Stichtag 1. November 2011, für Eschenstruth im Schuljahr 2013 / 14 elf Kinder aufgelistet. Grundlage dieser Aufstellung ist die Zahl der Geburten. Die Gemeinde Helsa, die auch Zu- und Wegzüge berücksichtigt, geht dagegen von 13 Kindern aus.

Maßgeblich seien letztlich die Schulanmeldungen der Eltern, sagt Kreissprecher Harald Kühlborn, der die grundsätzliche Marschrichtung des Kreises betont, auch kleine Dorfschulen nach Möglichkeit zu erhalten. Kombiklassen seien eine gute Möglichkeit, den Standort zu sichern.

Ziel: Junge Familien ansiedeln

Bürgermeister: Eschenstruth ist attraktiv auch für Neubürger

Die Gemeinde Helsa setzt auf eine gute Infrastruktur, um die Zahl der Einwohner zu halten und Neubürger zu gewinnen. „Wir versuchen alles Erdenkliche, um junge Familien anzusiedeln“, sagt Helsas Bürgermeister Tilo Küthe (SPD). Ein Neubaugebiet gibt es in Eschenstruth zwar nicht, aber leer stehende Häuser im Ort.

Die Gemeinde erarbeitet zurzeit eine Bestandsaufnahme von verfügbaren Häusern und Grundstücken im Dorf. Die Liste soll ab Sommer Interessenten und Neubürgern zusammen mit einer Broschüre zugänglich gemacht werden, die einen Überblick über Angebote von Vereinen, Kirchen, Schulen und Jugendarbeit gibt.

Die Infrastruktur in Eschenstruth könne sich sehen lassen, meint der Bürgermeister. Neben einem Lebensmittelmarkt und verschiedenen kleinen Geschäften und Dienstleistern gibt es im Dorf einen Arzt, den Kindergarten, die Straßenbahnanbindung nach Kassel und eben die Grundschule mit derzeit 70 Kindern in vier Klassen.

Von Holger Schindler

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.