Konzertabend wurde zum Ärgernis

Stefan-Mross-Show: Besucher verwehrten Baunatalerin Weg auf Platz

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Hatte sich auf einen unterhaltsamen Konzertabend mit Stefan Mross gefreut: Die Baunatalerin Inge Rühl. Doch der Besuch in der Stadthalle wurde für die 85-Jährige zu einem unerfreulichen Erlebnis.

Baunatal. Inge Rühl hatte sich schon so richtig auf einen schönen Abend in der Baunataler Stadthalle gefreut. Auf einen Abend mit Volksmusikstar Stefan Mross und seiner Veranstaltung „Immer wieder sonntags". Doch der Konzertbesuch Ende März wurde für die 85-Jährige zu einem einzigen Ärgernis.

Andere Besucher verwehrten der Rentnerin den Zugang zu ihrem per Karte reservierten Platz.

Zu Weihnachten hatten ihr die Eltern der früheren Schwiegertochter die Karte geschenkt. „Sie hat sich so sehr gefreut“, berichtet Birgit Böttcher, die das Ticket besorgt hatte. Immerhin habe die Karte für die Show mit Stefan Mross knapp 40 Euro gekostet. Doch dann kam alles ganz anders als erwartet.

Wegen der vielen Baustellen in der Stadt sei sie etwa fünf Minuten zu spät in der Stadthalle gewesen, erläutert Inge Rühl. Ein Platzanweiser habe sie dann vom Foyer aus zu ihrem per Karte ausgezeichneten Sitz in der zweiten Reihe gebracht. „Doch auf dem Stuhl saß schon jemand“, erinnert sich die ehemalige Mitarbeiterin der Stadtverwaltung.

Die Frau, die sich auf ihrem Platz befand und die offensichtlich zu einer Gruppe von fünf Besuchern gehörte, habe trotz freundlicher Bitte den Sitz nicht räumen wollen. Im Gegenteil: „Die haben mich noch beschimpft, was ich denn überhaupt wolle", sagt die 85-Jährige weiter. „Und ihre eigene Karte hat die Frau trotz Aufforderung auch nicht gezeigt.“

Inge Rühl wurde daraufhin von dem Platzanweiser an die Seite in der fünften Reihe zwischen ein Ehepaar verfrachtet. „Wir mussten uns zu dritt zwei Stühle teilen. Ich saß dann auf den harten Metallknöpfen, die an den Seiten der Stühle der Stadthalle angebracht sind“, sagt Rühl. „Die Leute dort waren freundlich zu mir, aber ich konnte kaum sitzen.“ Einen weiteren Stuhl habe der Platzanweiser, wie dieser versprochen hatte, auch nicht gebracht. So wurde der Konzertbesuch für die Baunatalerin zu einer schmerzhaften Erfahrung.

In der Pause ging die 85-Jährige zu ihrem eigentlichen Platz in der zweiten Reihe zurück. „Der war dann frei“, berichtet Rühl. Als die Gruppe zurückkam sei sie erneut von den Leuten angesprochen worden, was sie denn dort zu suchen habe. „Die haben mich behandelt wie den letzten Dreck. Doch ich bin dann sitzen geblieben. Es war ja schließlich mein Platz.“

Dennoch sei sie im weiteren Verlauf der Veranstaltung immer wieder von den Leuten diffamiert worden. Ein Vergnügen sei das nicht gewesen.

Diane Schütz vom Konzertveranstalter HC Hainich Concerts im thüringischen Kammerforst kann sich keinen richtigen Reim auf den Vorfall machen. Der Tourleitung sei nichts bekannt, berichtet sie auf Anfrage der HNA. Das Konzert in Baunatal sei super gewesen. Und wer der Platzanweiser war, könne sie jetzt auch nicht mehr ausfindig machen, sagt Schütz. Dennoch überlege man, ob es nicht eine Entschuldigung für die Baunatalerin gebe, betont die Mitarbeiterin der Agentur. „Schließlich hatte sie ja ein Anrecht auf den Platz.“

Inge Rühl hat trotz dieser Erfahrung ihren Humor nicht verloren. Mit einem Augenzwinkern und etwas Abstand sagt die 85-Jährige: „Ich hab’s überstanden.“

Von Sven Kühling

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