Offensive für Windkraft und Wärmesanierung von Wohnhäusern

Klimakonzept für Lohfelden: Steiniger Weg zur Energiewende

Lohfelden. Bis 2030 will die Gemeinde Lohfelden die Energiewende schaffen. Doch der Weg dahin wird steinig. Das wurde während der Sitzung der Steuerungsgruppe zum Klimakonzept, zu der Gäste aus Wirtschaft, Vereinen und Verbänden eingeladen waren, deutlich.

Nur wenn die Lohfeldener Bürger konsequent auf diesem Weg mitgenommen und die Akteure, die für die Umstellung auf erneuerbare Energien wichtig sind, an einen Tisch gebracht werden, kann das Projekt gelingen. Das war einhellige Meinung in der Sitzung.

Beim Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid steht Lohfelden nicht besonders gut da. Die Lohfeldener pusten pro Jahr 8,2 Tonnen davon in die Luft, in der Stadt Wolfhagen seien es beispielsweise nur 6,6 Tonnen, sagte Architekt Elmar Kriesten von der Steuerungsgruppe.

Straßenbahn nach Lohfelden

Nach Ansicht seiner Kollegen – Patrick Ehmann vom Beratungsnetzwerk deENet und Hans Georg Weishaar (Firma Impala) – kann die Gemeinde am schnellsten bei der Umstellung der Stromversorgung punkten. Die könnte nach der Prognose der Steuerungsgruppe bis 2030 mit zumindest zu einem guten Drittel, im optimistischsten Fall mit über 50 Prozent aus erneuerbaren Energien bestritten werden.

Den Löwenanteil würde dabei die Windenergie beisteuern, mit der sogar Überschüsse möglich seien. „Es wäre schön, wenn dieses Jahr noch der Grundsatzbeschluss zum Bau eines Windparks gefasst würde“, sagte Weishaar. Eugen Rittmeyer von den Städtischen Werken Kassel signalisierte, dass sein Unternehmen da gern mit der Gemeinde ins Geschäft kommen würde. Denkbar sind interkommunale Beteiligungen, etwa am geplanten Windpark am Warpel auf dem Gebiet der Nachbargemeinde Söhrewald.

Bei Biomasse und Fotovoltaik, so machte die Steuerungsgruppe deutlich, hat Lohfelden laut den Experten noch erheblichen Nachholbedarf.

Der Verkehr ist eine weitere Baustelle, auf der sich die Gemeinde um eine Verminderung des Kohlendioxid-Ausstoßes kümmern muss. Da könnte die Kasseler Verkehrsgesellschaft helfen. Die KVG habe Interesse, Lohfelden an das Tram-Netz Kassels anzuschließen, sagte deren Vertreter Bruno Jerlitschka.

Die größte Baustelle dürfte die Senkung des Wärmebedarfs und dessen Umstellung auf erneuerbare Energien sein. Die Steuerungsgruppe schlägt die Einstellung eines Klimamanagers vor, ein Solarkataster und die Einrichtung eines Gebäudemanagements.

Bei der energetischen Sanierung von alten Gebäuden müsse die Gemeinde große Anstrengungen unternehmen, meinte Kriesten.

In der Runde wurde deutlich, dass Hausbesitzer vor Runderneuerungen häufig zurückschrecken. Ihnen müssten Lösungen „aus einem Guss“ angeboten werden, meinte der SPD-Gemeindevertreter Dr. Eike Bornmann. „Komplettsanierung schreckt ab“, sagte sein Kollege Walter Roth von der Liste U2L. Wegen der niedrigen Zinsen sei die Zeit günstig für solche Projekte, sagte Herbert Becker von der Kasseler Sparkasse. Hausbesitzer bräuchten eine Rundumberatung.

Von Peter Dilling

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