Verträge für neue Netzgesellschaft Energie Region Kassel wurden unterzeichnet – 75 000 Stromkunden

Steisel vertritt die Kommunen

Thomas

Vellmar. Knapp drei Jahre wurde verhandelt, gestern war es im Vellmarer Rathaus so weit: Die Bürgermeister von 16 der insgesamt 29 Kommunen aus dem Landkreis Kassel unterzeichneten die Verträge zum Kauf von 51 Prozent der Anteile an der neuen Netzgesellschaft Energie Region Kassel GmbH & Co. KG. Die übernimmt damit ab April das 1600 Kilometer lange Stromnetz dieser Kommunen. Die Eon Mitte AG als Partner hält 49 Prozent.

Den Betrieb führt weiterhin die Eon Mitte, die das Stromnetz von der Energie Region Kassel pachtet. Letztere finanziert auch den Kauf des Netzes, der bei insgesamt 36 Millionen Euro liegt. Das gilt auch für den darin enthaltenen Anteil der 16 Kommunen von rund 18,6 Millionen Euro.

Geführt wird die neue Gesellschaft von zwei gleichberechtigten Geschäftsführern: Thomas Keil, Leiter des Regionalzentrums der Eon Mitte, vertritt den Stromversorger, und Söhrewalds Bürgermeister Michael Steisel (SPD) als Vorsitzender der Bürgermeisterdienstversammlung die kommunale Seite. Honoriert werden soll Steisels Posten über eine Aufwandsentschädigung. Über deren Höhe ist jedoch noch nicht entschieden worden.

Steisels vordringliche Aufgabe wird es zunächst sein, die verwaltungstechnischen Themen abzuarbeiten, erläuterte Baunatals Vizebürgermeisterin Silke Engler-Kurz (SPD), die zusammen mit Vellmars Verwaltungschef Dirk Stochla (SPD) die Verhandlungen führte. Dabei geht es zum Beispiel um Dinge wie die Abstimmung der Investitionspläne. Auch für den anstehenden Ausbau der erneuerbaren Energien - Stichwort Windenergie - sei die neue Gesellschaft „die geeignete Plattform“, ergänzte Eon-Mitte-Vorstandsmitglied Georg von Meibom.

Geplant ist, bis etwa Mai einen Nachfolger für Michael Steisel zu finden. Der Neue soll möglichst kein aktiver Politiker, aber mit den Interessen der Kommunen vertraut sein und sich mit dem Stromgeschäft auskennen, sagte Stochla am Rande der Vertragsunterzeichnung.

Zuvor hatte von Meibom noch einmal betont, dass „teilweise hart gerungen, aber ein fairer Kompromiss gefunden“ worden sei. Geschäftsführer Steisel sprach von einem „bundesweiten Vorzeigeprojekt“. Wichtig sei jedoch, dass auch weitere Kommunen noch beitreten könnten.

Für die 75 000 Netzkunden wird sich mit der Energie Region Kassel nichts ändern: Denn die ist nur Netzbetreiber. „Wer den Stecker seines Toasters in die Steckdose steckt, wird von der neuen Gesellschaft gar nichts merken“, sagte Silke Engler-Kurz. Archivfotos: nh 

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Von Stefan Wewetzer

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