Lebenswerk von Georg Spitzer wird von Tochter fortgeführt

50 Jahre Volkssternwarte Rothwesten: Dem Sternenhimmel ganz nah

Blick in den Himmel: Um ungefährdet in die Sonne schauen zu können, hat Marcus Schüler (links) einen Spezialfilter auf das 21-Zentimeter-Newton-Spiegelteleskop gesetzt. Er lässt nur den 100 000. Teil des Lichtes durch. Ralf Gerstheimer hilft beim Einstellen des Teleskops, dessen Gehäuse Georg Spitzer noch selbst gebaut hat. Fotos: Schilling

Fuldatal. Vom Himmel holen kann sie die Sterne nicht – die Volkssternwarte Rothwesten. Aber egal ob Mond, Milchstraße oder Andromeda-Galaxie – sie alle rücken ein bisschen näher, schaut man durch ihre Teleskope hinauf zu den Sternen.

Seit 50 Jahren thront die Sternwarte auf der Spitze des Aussichtsturms auf dem Häuschensberg. Ein Jubiläum, das am Wochenende mit zwei Veranstaltungen gefeiert wird.

Für Samstag, 14. September, lädt das Team der Sternwarte zu einer Abendveranstaltung ins Fuldataler Forum ein. Am Sonntag, 15. September, findet von 14 bis 18 Uhr in der Sternwarte ein Tag der offenen Tür statt.

Erbaut wurde die Sternwarte von Georg Spitzer. Er wollte es jedermann ermöglichen, sich mit Astronomie zu beschäftigen. Darum sind die Führungen heute wie damals kostenlos. Zehn Jahre lang hat er an der Verwirklichung seines Traumes gearbeitet, bis die Sternwarte am 15. September 1963 eingeweiht wurde – als Einrichtung für die ganze Region Nordhessen.

Nach seinem Tod organisierte seine Frau Friedel Spitzer den Betrieb. 2007 übernahm Tochter Angelika Spitzer-Klinger die Aufgabe, mit Unterstützung eines Teams ehrenamtlicher Helfer. „Es war für mich selbstverständlich, das Lebenswerk meines Vaters weiterzuführen“, erklärt sie.

Seit ihren Anfängen ist die Sternwarte nahezu unverändert und ermöglicht es den Besuchern, Astronomie und die dazugehörende Technik hautnah zu erleben. Vieles funktioniert noch immer mit Handarbeit, wenn über die Jahre auch so manche Neuerung Einzug gehalten hat. Drei Teleskope gehören heute ebenso zur Ausrüstung, wie zum Beispiel eine begehbare Kamera und ein Flachbildschirm.

Dadurch hat sich das Angebotsspektrum der Führungen erweitert. Früher mussten verabredete Termine, etwa mit Schulklassen, bei schlechtem Wetter ausfallen. Wenn heute dichte Wolken den Blick in die Sterne verhindern, bieten die ehrenamtlichen Mitarbeiter ein etwas anderes Programm mit Vorträgen und Experimenten an. Das gilt allerdings nur für verabredete Führungen. Für jedermann ist die Sternwarte nach wie vor jeden Samstagabend geöffnet, aber nur bei klarem Himmel.

Den erhofft sich Angelika Spitzer-Klinger auch für das Wochenende, um möglichst vielen Besuchern einen kleinen Einblick in den Himmel zu ermöglichen. Und was wünscht sie sich für die Zukunft? „Dass das Interesse an unserer Einrichtung bestehen bleibt, über die Region hinaus.“

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