Steffi Flohr aus Kirchbauna hat in Barcelona einige Eigenarten der Spanier ausgemacht

Stets die längste Schlange

Erinnerungsfoto, denn der Abschied naht: Stefanie („Steffi“) Flohr aus Kirchbauna, die fünf Monate in Barcelona studiert hat, im Park Güell des berühmten Baumeisters Gaudi. Im Hintergrund die katalanische Metropole.

Barcelona / Baunatal. Fünf Monate sind eine lange Zeit, jedenfalls lang genug, um einen Sprache besser zu lernen, neue Menschen und eine neue Stadt kennen zu lernen. Das dachte ich zumindest. Doch jetzt, da es zurück nach Hause geht, kommt mir die Zeit hier in Barcelona viel zu kurz vor. Wahrscheinlich auch deshalb, weil es mir so gut gefällt.

Obwohl die Spanier auch so ihre kleinen Eigenarten haben. Egal, ob in der Schlange an der Kasse im Supermarkt oder in der Metrostation: Die Spanier stellen sich immer genau dort an, wo die Schlange am längsten ist. Da kann es durchaus vorkommen, dass vier Menschen darauf warten, in der Metro ihr Ticket zu stempeln und der Automat auf der rechten oder linken Seite ist frei. Wir haben das hier auf die spanische Gelassenheit geschoben.

Spanische Gelassenheit

Auch auf der Straße: Auf dem Bürgersteig kommen mir drei Menschen entgegen und ich muss zur Seite treten, damit sie vorbei können. Aus dem Weg gehen die Spanier anscheinend so gut wie nie. Dass sie dabei andere auch berühren, stört sie anscheinend überhaupt nicht.

Von Anfang an überrascht hat mich, wie sauber Barcelona ist. Aus deutschen Großstätten kenne ich Graffiti, Müll auf den Straßen und vielleicht auch ein wenig Vandalismus. Barcelona, mit über 1,6 Millionen Einwohnern, ist da ganz anders. Die Regierung tut aber auch viel dafür, dass das schöne Bild der Stadt erhalten bleibt.

Nachts wird jede Straße, egal wie klein, mit Wasser abgespritzt, um sie zu reinigen. Trotz elf Millionen Touristen jährlich muss man lange suchen, um Müll zu finden, der auf der Straße liegt. Auch in der Metro ist, wenn überhaupt, ganz selten mal eine Schmiererei zu finden.

Gegen den Ruf, dass in Barcelona viele Taschendiebe unterwegs sind, versucht die Polizei verstärkt vorzugehen. In jeder Metro ist ein Polizist präsent, und auf den Straßen sieht man stets Polizisten. Auch wenn wir uns so sicherer fühlen, bekommen wir dennoch oft mit, wie jemand erzählt, dass ihm Portemonnaie oder Handy geklaut wurde.

Jetzt, so kurz vor der Heimreise, weiß ich, dass ich auch die Dinge vermissen werde, die mich anfangs verwundert haben. Eigentlich ist es egal, wo man sich in der Stadt befindet, meistens vibriert der Boden. Denn Barcelona ist fast vollständig unterkellert. Entweder fährt unter einem die Metro, oder es befindet sich dort ein Parkhaus.

Wiedersehen ist sicher

Nach fünf Monaten in Barcelona fällt es mir schwer, mich von der Stadt zu trennen. Ich hatte Glück, mein Auslandssemester in dieser Weltstadt machen zu dürfen. Die Menschen, das Lebensgefühl, natürlich auch Sonne und Strand werde ich vermissen, wenn ich wieder in Baunatal bin.

Aber eins weiß ich sicher: Ich komme wieder!

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Von Stefanie Flohr

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