Steuern: Kommunen im Landkreis Kassel langen auch dieses Jahr wieder kräftig zu

Griff in die Tasche: Die meisten Städte und Gemeinden im Kreis Kassel belasten die Bürger auch in diesem Jahr wieder stärker. Archivfoto:  nh

Kreis Kassel. Im Landkreis Kassel kennen die kommunalen Steuern vor allem eine Richtung: nach oben. 20 der 29 Städte und Gemeinden haben im laufenden Jahr mindestens eine Steuer erhöht, keine einzige hat die Bürger entlastet. Das geht aus einer Untersuchung des Steuerzahlerbundes Hessen hervor.

Damit setzt sich die Entwicklung des vergangenen Jahres fort. 2013 erhöhten nach den Erkenntnissen des Steuerzahlerbundes 18 Kommunen die Steuern, auch damals wurden die Bürger nirgendwo entlastet. Gleich sieben Kommunen griffen den Bürgern und Unternehmen 2014 besonders tief in die Tasche und hoben sowohl die Gewerbesteuer als auch die Grundsteuer für Wohngebäude und für landwirtschaftlich genutzte Flächen an. Es sind dies Fuldabrück, Schauenburg, Söhrewald, Calden, Hofgeismar, Trendelburg und Reinhardshagen.

Bei der Gewerbesteuer schießt Lohfelden den Vogel ab. Nach der jüngsten Erhöhung liegt der Hebesatz in der Söhregemeinde nun bei 440 Prozent - und ist damit der höchste im gesamten Landkreis. Am günstigsten kommen die Gewerbetreibenden in Espenau weg: Dort liegt der Hebesatz bei 330 Prozent. Auf den gesamten Landkreis bezogen stieg der Gewerbesteuersatz im laufenden Jahr um elf auf 385 Prozent.

Einsame Spitze bei der Grundsteuer für Wohngebäude ist Bad Emstal mit einem Hebesatz von 500 Prozent, gefolgt von Helsa mit 450 Prozent. Die Lossetalgemeinde hatte bereits im vergangenen Jahr kräftig zugelangt. Grund dafür ist der Finanzschutzschirm des Landes: Im Gegenzug für die Übernahme von Altschulden hat sich die Gemeinde verpflichtet, die Einnahmemöglichkeiten besser auszuschöpfen. Mit den Anforderungen des Schutzschirms ist auch die kräftige Erhöhung der Grundsteuern in Fuldatal (jetzt 400 beziehungsweise 425 Prozent) zu erklären.

Kreisweit betrachtet steigt die Grundsteuer für Wohngebäude 2014 im Schnitt auf 359 Prozent (plus 21) und für landwirtschaftliche Flächen auf 366 Prozent (plus 19).

Reizthema ist regelmäßig auch die Entwicklung der Hundesteuer. Hier langten 2014 drei Kommunen aus dem Altkreis teilweise kräftig zu. Für den ersten Hund werden in Niestetal nunmehr 60 Euro pro Jahr fällig (plus 24 Euro), in Schauenburg 96 Euro (plus 12) und in Söhrewald 65 Euro (plus neun). Im Kreisschnitt werden 69 Euro für den Ersthund kassiert.

Wer eine Zweitwohnung unterhält, wird dafür im Altkreis in Fuldabrück, Fuldatal und Helsa zur Kasse gebeten. Die über Wochen tobende Debatte über die Einführung einer Pferdesteuer in Fuldatal hat bei den Kommunalpolitikern offensichtlich Wirkung gezeigt. In keiner der 29 Städte und Gemeinden wird die Steuer auf die Reittiere erhoben.

Von Peter Ketteritzsch

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