Auch Heizung völlig marode

Stiftskirche: Nur noch 45 Ersatz-Glühbirnen vorhanden

Sie sind kostbar: Für die Beleuchtung der Stiftskirche haben Kirchenvorstandsmitglied Gerhard Goßmann und Dekanin Carmen Jelinek nur wenige Glühbirnen in Reserve. Foto: Ketteritzsch

Kaufungen. Gerhard Goßmann hat schon mal überschlagen: Wenn der Schwund an Glühbirnen so weitergeht, dann gehen in der Stiftskirche in Oberkaufungen spätestens in zwei Jahren die Lichter aus.

Exakt 303 Birnen stecken in den sternförmigen Leuchten, die an langen Kabeln unter der hölzernen Decke des Kirchenschiffs hängen.

Pro Jahr fallen laut Goßmann 100 bis 130 der je 25 Watt starken Leuchtkörper aus. Allein seit Ostern haben 62 Birnen schlappgemacht, weiß das Kirchenvorstandsmitglied, das sich um die Technik in dem fast 1000-jährigen Gotteshauses kümmert. Aktuell hat Goßmann noch 45 der matten Glühbirnen auf Lager.

Im Zuge der Sanierung der Stiftskirche sollte auch die über 40 Jahre alte Beleuchtung erneuert werden: Weil nach der Streichung des Fördergeldes durch den Bund die Arbeiten vor knapp zwei Wochen gestoppt wurden, droht nun Dunkelheit in der größten Kirche im Umland von Kassel. Denn die Glühbirnen sind eine Rarität: Seit Oktober 2010 werden sie nicht mehr hergestellt.

Das drohende Aus für die Beleuchtung ist nicht das einzige Problem. „Wir müssen auch mit einem Totalausfall der Heizung rechnen“, sagt Dekanin Carmen Jelinek, Vorsitzende von Bauausschuss und Förderverein. Ausgelöst wurden die Probleme durch die Streichung von 150 000 Euro seitens des Bundes, die die Streichung weiterer 300 000 Euro von Land und Evangelischer Landeskirche auslöste. Für Mitte August hat Jelinek die örtlichen Abgeordneten zu einem Gespräch über die prekäre Lage eingeladen.

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