Nach Scheitern des runden Tisches: Bürgermeister favorisiert SPD-Vorschlag als Diskussionsgrundlage

Stochla nach Aus des Runden Tischs: "Unrühmlicher Abschluss des destruktiven Verhaltens"

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Sorgenkind: Das Vellmarer Rathaus muss saniert werden.

Vellmar. „Dieses Rückzugsgefecht ist der unrühmliche Abschluss des destruktiven Verhaltens in den letzten Monaten.“ Mit diesen Worten reagierte Vellmars Bürgermeister Dirk Stochla (SPD) am Mittwoch auf die Kritik der Fraktionschefs von CDU und Grünen sowie dem Vertreter der FDP, die sich am Montag vom runden Tisch aller Parteien zurückgezogen hatten.

„Die Stadt ist als Hauseigentümer verpflichtet, ihre Gebäude entsprechend den gesetzlichen Vorgaben zu unterhalten.“

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In der Runde sollten Lösungen zur Sanierung des Vellmarer Rathauses gefunden werden. Die SPD schlug dabei eine Variante vor, die vorsieht, die Planungen der schon vorliegenden, detaillierten Studie noch einmal von einem neutralen Gutachter überprüfen zu lassen. Die Oppositionsparteien forderten eine gänzlich neue Planung.

Siegfried Kopperschmidt (Grüne), Dr. Burkard Müller (CDU) und Markus Pape (FDP) hatten Stochla vorgeworfen, sich nach dem Bürgerentscheid in die „Schmollecke“ zurückgezogen und in den Gesprächen einseitig SPD-Positionen vertreten zu haben. Mit dem Bürgerentscheid war das von SPD und Bürgermeister unterstützte Modell, das Rathaus über einen auswärtigen Investor sanieren zu lassen, gekippt worden.

Initiative ergriffen

Stochla betonte gestern, dass er „sofort am Tag nach dem Bürgerentscheid die Initiative ergriffen und zum runden Tisch eingeladen“ habe. Er wies auch Behauptungen von CDU, Grünen und FDP zurück, es gebe keine bedenklichen Schadstoffbelastungen im Verwaltungsgebäude und keine zeitlichen Auflagen zur Sanierung. Vielmehr sei „die Stadt als Hauseigentümer verpflichtet, ihre Gebäude entsprechend den gesetzlichen Vorgaben zu unterhalten“. Deswegen sei beim Rathaus weiterhin Handlungsbedarf gegeben.

Der Rückzug von CDU, Grünen und FDP sei laut Stochla umso bedauerlicher, als dadurch die Diskussion um die Zukunft der asbestbelasteten Kulturhalle Niedervellmar und des Bürgerhauses Obervellmar, die zurzeit geschlossen sind, erschwert würde.

Hintergrund: Noch ist nichts entschieden, aber Bürgermeister Dirk Stochla schlägt vor, die vorliegende Planung als Diskussionsgrundlage für das weitere Vorgehen zu nehmen. Denn diese sei „detailliert, schon bezahlt und von einem renommierten Architekturbüro erstellt worden“.

Der Vellmarer Verwaltungschef orientiert sich dabei an dem SPD-Vorschlag vom runden Tisch, der vorsah, die vorliegende Planung noch einmal von einem Fachbüro als Projektsteuerer prüfen und begleiten zu lassen.

Die Kosten dafür müssten dann schon im aktuellen Haushalt 2012 veranschlagt werden. Geld für die eigentliche Sanierung des Rathauses könnte dann in einem Nachtragshaushalt bereitgestellt werden. (swe)

Von Stefan Wewetzer

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