Grüne fordern Leinenpflicht für Hunde in der Nähe des Nests bei Sandershausen

Störche werden zum Politikum

Werden häufig gestört: Die Störche von Sandershausen werden immer wieder von frei laufenden Hunden aufgescheucht. Foto: Ketteritzsch

Niestetal. Das Storchenpaar, das seit zwei Wochen am Fulda-Ufer bei Sandershausen nistet, wird nun zum Politikum. Um die Vögel vor frei laufenden Hunden zu schützen, fordern die Grünen im Niestetaler Gemeindeparlament eine Leinenpflicht im Umfeld des an der Niestemündung gelegenen Nests.

Die Hinweisschilder, auf denen die Verwaltung die Hundebesitzer und Spaziergänger auffordert, auf die Störche Rücksicht zu nehmen, reichten nicht aus, sagt der Gemeindevertreter Alois Lorscheider-Brinkmann.

Nach seiner Einschätzung ist der Nachwuchs bei dem seit 2008 an der Fulda nistenden Storchenpaar auch deshalb bislang ausgeblieben, weil die Tiere von Hunden gestört wurden. Die Grünen verlangen daher eine Erweiterung der örtlichen Gefahrenabwehrverordnung. Sie wollen, dass der folgende Passus in die Vorschrift aufgenommen wird: „Hunde sind in der Zeit vom 1. März bis 30. September auf dem Verbindungsweg zwischen der Fußgänger- und Radfahrerbrücke nahe der Niestemündung und dem Altarm der Nieste sowie in dem Bereich westlich dieses Verbindungswegs an der Leine zu führen.“ Ignoranten Hundebesitzern müssten Sanktionen angedroht werden, fordert Lorscheider-Brinkmann.

Im Niestetaler Rathaus prüft man gegenwärtig, wie man dem Problem begegnen kann und was ordnungsrechtlich möglich ist. „Da allgemeine Verbote oder Zwangsmaßnahmen anderer Kommunen in der Vergangenheit vor Gericht gescheitert sind, muss eine solche Prüfung sehr sorgfältig vorgenommen werden“, sagt Bürgermeister Andreas Siebert (SPD).

In der Verwaltung will man nicht Gefahr laufen, dass uneinsichtige Hundehalter beispielsweise eine Leinenpflicht juristisch kippen.

Die Prüfung beschränkt sich nach Auskunft Sieberts nicht nur auf die Wiesen und Wege rund um das Storchennest. „Auch für andere Bereiche in der Niestetaler Gemarkung gibt es übrigens Anregungen aus der Bevölkerung, etwas gegen uneinsichtige Hundehalter zu tun“, sagt der Bürgermeister.

Anders als im Nachbarland Niedersachsen gilt in Hessen während der Brut- und Setzzeit vom 1. April bis 30. Juni keine Leinenpflicht. Archivfoto: nh

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Von Peter Ketteritzsch

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