Störenfriede in der Baunataler Max-Riegel-Halle

Baunatal. Sie sind regelmäßige Gäste in der Max-Riegel-Halle. Leidenschaft für sportliche Ereignisse kann man ihnen aber wohl eher nicht unterstellen. Vielmehr scheinen sich die Waschbären, die seit mehreren Wochen in der Deckenkonstruktion hausen, dort besonders wohlzufühlen.

„Falls man es nicht gleich sieht, so riecht man es auf jeden Fall,“ meint jedenfalls Werner Ewald. Der für alle fünf städtischen Hallen zuständige Sachbearbeiter weiß, wovon er spricht. „Hier kann man Waschbären beinah mit allen Sinnen erleben“, sagt der Hallenwart. So könne man neben Schäden an der Hallendecke auch die Hinterlassenschaften der Tiere auf dem Spielfeld entdecken. „Nicht nur Gutes kommt von oben. Falls man es nicht gleich sieht, so riecht man es auf jeden Fall. Da ist dann schnelle Abhilfe gefragt.“

Dafür sorgen Reinigungskräfte wie Anna Wolosiak: „Wir haben hier alle Hände voll damit zu tun, die Auswirkungen der Waschbärenbesiedelung zu entfernen.“

Seitens der Stadt ist man sich der Problematik in der Sporthalle spätestens seit der Spielunterbrechung beim A-Jugend-Qualifikationsturnier zur Bundesliga bewusst.

„Die Angelegenheit beschäftigt uns seit längerer Zeit“, sagt Manfred Schaub. „Es ist gar nicht so leicht, geeignete Maßnahmen zu finden“, verweist Baunatals Bürgermeister auf unterschiedliche Faktoren, die bei der Bekämpfung zu beachten sind.

So müssten nicht nur tierschutzrechtliche, sondern auch finanzielle Aspekte berücksichtigt werden. Erfahrungen mit von Waschbären verursachten Schäden hat das Stadtoberhaupt übrigens reichlich. Auch im benachbarten Aqua-Park gab es ein Waschbären-Problem. „Für die Beseitigung der Schäden an Fassade und Dämmung musste seinerzeit ein fast sechsstelliger Betrag aufgebracht werden“, sagt Schaub.

Vor dem Hintergrund, dass die Max-Riegel-Halle ohnehin im geplanten Sanierungsprogramm der Stadt Baunatal enthalten ist, gelte es nun, eine geeignete Zwischenlösung zu finden. In der jüngsten Vergangenheit wurden bereits Abdichtungen und Hindernisse an der Fassade angebracht, die das Eindringen der Waschbären verhindern sollten.

Eine Maßnahme mit mäßigem Erfolg. „Die Tiere suchen sich stets neue Wege. Sobald man eine Öffnung schließt, zeigt sich gleich das nächste Einschlupfloch“, weiß Ewald.

Beseitigen der Hinterlassenschaften: Anna Wolosiak und ihre Mitarbeiterinnen haben alle Hände voll zu tun.

Daher könne man derzeit nur reagieren, statt zu agieren. Dennoch bleibt man bei diesem Thema in der Baunataler Sporthalle am Ball.

„Es werden noch einige Verfahren geprüft, wie man der Sache Herr werden kann“, versichert Schaub. Eine Schließung der Max-Riegel-Halle komme allerdings nicht infrage. „Im kommenden Jahr wird die Halle in Hertingshausen saniert. Wir können nicht zwei Hallen gleichzeitig schließen“, sagt Bürgermeister Schaub. In der Max-Riegel-Halle wird man wohl auch künftig vermehrt zu Putzeimer, Schrubber und Lappen greifen müssen.

Von Martina Sommerlade

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