Polizeistatistik für die Kommunen im nördlichen Altkreis: Wohnungseinbrüche sind ein Problem

Straftaten nahmen deutlich ab

Ein Problem: Gerade Wohnungseinbrüche sind in den Kommunen des nördlichen Altkreises im vergangenen Jahr angestiegen - und die Aufklärung gestaltet sich schwierig. Foto: dpa

Kreis Kassel. Weniger Straftaten verzeichnet die Polizeistatistik 2011 für die vier Kommunen Vellmar, Fuldatal, Ahnatal und Espenau im nördlichen Altkreis Kassel. Schwere Gewaltverbrechen waren Fehlanzeige, dafür nahmen Wohnungseinbrüche zu.

Aber, so der Leiter des zuständigen Polizeireviers Nord in Vellmar, Thomas Thiel: Mit der eigens dafür eingerichteten Arbeitsgruppe „Bruch“ habe man sehr gute Erfahrungen gemacht und schon viele Tatverdächtige im Visier. Die Aufklärungsquote für alle Straftaten im gesamten Landkreis lag 2011 bei 53 Prozent (2010: 52,2 Prozent). Und so sieht die Statistik für die vier Kommunen im nördlichen Altkreis aus: Ahnatal Für die Gemeinde gilt, was auch auf die anderen zutrifft: Die Zahl der Fälle ist im Vergleich zu 2010 zurückgegangen - von 173 auf 155. Dabei kletterte die Aufklärungsquote von 45,1 auf 52,9 Prozent. Laut Thiel sei Ahnatal unter den vier Kommunen die „Oase“. Das niedrige Kriminalitätsniveau liege auch daran, dass Ahnatal nicht im direkten Einzugsbereich von Kassel liege.

Der Schwerpunkt lag in Ahnatal auf den Diebstahlsdelikten (2010: 63, 2011: 68 Fälle). Espenau Ein bisschen das „Sorgenkind“ ist nach Auskunft des Revierleiters die Gemeinde Espenau. Das liegt an der für Straftäter strategisch günstigen Lage mit vielen Fluchtwegen. Trotzdem: Die Fallzahlen (2011: 103) fielen auf den Stand von 2007 zurück. 2010 lagen sie noch bei 138. Zugenommen haben schwerere Diebstahlsfälle (von 15 auf 32) und davon diejenigen in Wohnungen (von drei auf elf). Die Aufklärungsquote sank in Espenau von 57,2 auf 48,5 Prozent. Fuldatal Fuldatal konnte den mit 321 Straftaten (2010: 329) niedrigsten Stand seit fünf Jahren verzeichnen. Entspannt habe die Lage laut Thiel die Schließung der „Russen-Disco“ in Ihringshausen. Auch der früher einschlägige Treffpunkt Gesamtschule Fuldatal sei 2011 „gänzlich unauffällig“ gewesen.

Auffällig war 2011 eine Einbruchserie in einem Autohaus, bei der hochwertige Navigationsgeräte ausgebaut und gestohlen wurden. Zurückgegangen sind die Fälle von gefährlicher Körperverletzung von 17 auf sieben, verdoppelt haben sich jene der einfachen Körperverletzung (von elf auf 22). Die Gesamtaufklärungsquote lag bei 57,6 Prozent (2010: 52,9 Prozent). Vellmar Deutlich zurückgegangen ist die Zahl der Straftaten auch in Vellmar - von 743 auf 622. Das liegt nach Auskunft von Revierleiter Thiel unter anderem daran, dass die Zahl der Sachbeschädigungen rückläufig war (von 132 auf 114 Fälle) und auch der Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte von 27 auf 10 Fälle gesunken sei.

Angestiegen ist jedoch die Zahl der Rauschgiftdelikte (von zehn auf 41), wovon 97,6 Prozent aufgeklärt werden konnten. Auch die Wohnungseinbrüche schnellten von 16 auf 35 in die Höhe. Dort lag die Aufklärungsquote nur bei 11,4 Prozent, während sie für Vellmar insgesamt von 56 auf 48,9 Prozent sank.

Positiv: Nach Eröffnung der Tram-Strecke zwischen Kassel und Vellmar gab es dort kaum Sachbeschädigungen, und auch der Vandalismus am Regiotram-Haltepunkt Osterberg ging zurück. KOMMENTAR

Von Stefan Wewetzer

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