Preise für Gewerbeflächen haben angezogen

Immobilienmarkt 2012 im Landkreis stabil

Kreis Kassel. Mietpreisexplosion, steigende Immobilienpreise, Bevölkerungsschwund - all das sind Stichworte, die bundesweit immer wieder die Schlagzeilen beherrschen. Im Landkreis Kassel kann davon keine Rede sein.

„Der Immobilienmarkt ist im vergangenen Jahr gegenüber 2011 stabil geblieben“ , bilanzierte gestern Vizelandrätin Susanne Selbert (SPD) bei der Vorstellung des Immobilienberichts des Landkreises. Weder habe es einen Preisverfall bei Grundstücken und Einfamilienhäusern gegeben noch explodierende Mietpreise.

Die Daten von 3300 anonymisierten Kaufverträgen - laut Selbert die größte und zuverlässigste Datenbasis für diesen Bereich - haben die Mitarbeiter Frank Mause und Dieter Musmann vom Amt für Bodenmanagement ausgewertet. Dabei stellte sich dann heraus, dass

• die Zahl der Verkäufe von Wohnraum 2012 gegenüber 2011 mit 3354 Verträgen sogar um zehn Prozent gestiegen ist und auch der Preis für ein Ein- oder Zweifamilienhaus mit 140.000 Euro 2012 gegenüber dem Vorjahr um ein Prozent zulegte.

• die Mietpreise mit Werten zwischen drei für mäßige Lagen und 5,50 Euro pro Quadratmeter für Spitzenlagen stabil blieben. Dabei falle laut Mause auf, dass Orte mit guter Anbindung an die Straßenbahn oder Regiotram für Käufer deutlich attraktiver sind. Und: Dort gehe der Trend verstärkt dahin, dass auch Baulücken im Ort geschlossen würden.

• dass bei Gewerbeflächen der Quadratmeterpreis im Vorjahr gegenüber 2011 um satte 40 Prozent gestiegen ist und zwischen 46 und in der Spitze 60 Euro lag. Das lag laut Musmann hauptsächlich an der Expansion in den Gewerbegebieten Lohfeldener Rüssel und Sandershäuser Berg.

Schaut man auf die Anzahl der abgeschlossenen Kaufverträge im Landkreis Kassel, liegt Baunatal mit 264 Verträgen und einem Umsatz von 31,5 Millionen Euro an der Spitze, gefolgt von Wolfhagen (197 /8,9 Mio.), Fuldatal (193 / 13,3 Mio.), Vellmar (176 / 19,4 Mio.), Lohfelden (169 / 22,5 Mio.), Kaufungen (163 / 19,8 Mio.) und Hofgeismar (148 / 8,6 Mio.).

Der demografische Wandel mit einhergehendem Bevölkerungsrückgang gerade auf dem flachen Land hat die Situation nicht negativ beeinflusst, auch wenn - wie Kreispressesprecher Harald Kühlborn betonte - dem Landkreis in den vergangenen Jahren Bürger von der Größe eines Ortes wie Nieste mit seinen knapp 2000 Einwohnern verloren gegangen seien.

Von Stefan Wewetzer

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