Baunatal muss 2013 insgesamt 128 000 Euro mehr zahlen – Busliniennetz kommt auf den Prüfstand

Straßenbahn wird für Stadt teurer

Gewohnter Anblick: Die Straßenbahn rollt durch Baunatal. Die Kosten für den Betrieb der Tramverbindung nach Kassel werden für die VW-Städter allerdings höher. Archivfoto: Koch

Baunatal/Schauenburg. Die Stadt Baunatal besitzt eine gute Straßenbahnverbindung in die Nachbarstadt Kassel. In der Regel kommt alle 15 Minute eine Tram. Doch der Anteil, den die Kommune für den Betrieb der Linie 5 hinblättern muss, steigt. Nach Angaben von Stadtsprecher Roger Lutzi wird Baunatal im kommenden Jahr 128 000 Euro mehr ausgeben. Insgesamt kostet die Stadt der Straßenbahnanschluss dann 1,2 Millionen Euro.

Den Grund für die Erhöhung nannte Bürgermeister Manfred Schaub (SPD) kürzlich im Stadtparlament: Bund und Land zögen sich immer weiter aus der Finanzierung neuer Fahrzeuge zurück, sagte er. Berlin und Wiesbaden ließen die Kommunen damit auch im Bereich des ÖPNV immer mehr allein.

Riegel vorgeschoben

Die Gemeinde Schauenburg hat steigenden Kosten beim ÖPNV kürzlich drastisch einen Riegel vorgeschoben. Das Gemeindeparlament zwang das Rathaus zum Sparen. Allerdings auf Kosten der Attraktivität. Mehrheitlich entschieden sich die Fraktionen nämlich für das Aus der Linie 58 – der letzten Busverbindung in die Nachbarstadt Baunatal.

96 000 Euro zahlte die Gemeinde Schauenburg nach Angaben von Bürgermeisterin Ursula Gimmler (CDU) bisher für den Betrieb der Buslinien. Ab dem Jahr 2013 wären weitere 100 000 Euro dazugekommen, wenn die laut Nordhessischem Verkehrsverbund (NVV) sehr schwach genutzte Linie 58 von Elmshagen und Martinhagen in Richtung Baunatal aufrechterhalten worden wäre. Das Ende der Linie 58 sorgt laut Gimmler aber nun sogar für eine Einsparung bei den ÖPNV-Kosten. Im Jahr 2013 gebe die Gemeinde 10 000 Euro weniger aus.

Völlig unabhängig von der Kostensteigerung für die Straßenbahn will die Stadt Baunatal den gesamten Bus- und Bahnverkehr demnächst auf den Prüfstand stellen. 2015 läuft der Vertrag mit den Verkehrsträgern aus. Mit Blick auf diesen Termin wolle das Rathaus den Linienplan frühzeitig unter die Lupe nehmen, erläutert Schaub auf Anfrage. Das werde bereits 2013 geschehen. Möglich sei, dass der Nahverkehr in Baunatal ganz neu geordnet werde.

Im Gespräch sind unter anderem eine bessere Anbindung des Ratio-Marktes in Hertingshausen. Außerdem wird über eine Änderung der Struktur der Buslinien nachgedacht. Die Busse könnten ab 2015 nicht mehr alle auf Rundstrecken unterwegs sein, möglich sind von einem zentralen Punkt sternförmig ausgehende Strecken.

HINTERGRUND

Von Sven Kühling

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