Streit um Anschlussstelle und fehlende Prognose: A44-Gespräche ziehen sich hin

Arnim Roß

Kaufungen. Die Gespräche zwischen Vertretern des Landes und der Anrainerkommunen der künftigen Autobahn 44 im Lossetal werden nach der Einschätzung von Kaufungens Bürgermeister Arnim Roß (SPD) länger dauern als ursprünglich vorgesehen.

Wie berichtet, waren beide Seiten ursprünglich davon ausgegangen, dass das sogenannte Dialogverfahren Ende 2015 abgeschlossen werden kann.

Roß rechnet hingegen nun damit, dass die Gespräche „bis in das nächste Jahr hinein andauern werden“, erklärte der Bürgermeister auf HNA-Anfrage.

Ein Grund für die Verzögerung ist die erforderlich gewordene neue Prognose zur Verkehrsentwicklung auf der Autobahn. Anders als von Seiten der Kommunen erwartet, haben die Vertreter des Verkehrsministeriums noch keine vollständige Prognose für das Jahr 2030 (die aktuelle Prognose bezieht sich auf das Jahr 2025) vorgelegt. Präsentiert wurden laut Roß lediglich Analyseergebnisse, die nun erst noch zu einer vollwertigen Prognose weiterverarbeitet werden müssten.

Marco Kreuter

Und auch eine weitere Hürde bei den Gesprächen konnte nach Angaben des Bürgermeisters noch nicht aus dem Weg geräumt werden: die Frage, wo die Autobahn-Anschlussstelle Papierfabrik entstehen soll. Wie berichtet, favorisiert man in der Lossetalkommune einen Anschluss auf halber Strecke zwischen den Ortsteilen Papierfabrik und Niederkaufungen.

Unklar ist allerdings, ob sie mit den Vorgaben des Naturschutzes vereinbar ist. Im Hinblick auf den Anschluss vermisse die Gemeinde „eine strukturierte und transparente Variantenbewertung“, sagte Roß. Dies erstaunt den Bürgermeister auch deshalb, weil die Anrainerkommunen bereits Ende März dieses Jahres eine Liste der zu untersuchenden Varianten sowie einen Vorschlag für Bewertungskriterien an Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) geschickt hätten. Ein solches Vorgehen habe die kommunale Seite auch bei der jüngsten Gesprächen eingefordert.

Die Frage, wie und mit welchen Themen die A44-Gespräche weitergeführt werden sollen, ist laut Roß am 16. Oktober Thema der sogenannten Lenkungsgruppe, die das Dialogverfahren steuert.

Seitens des Verkehrsministeriums bestätigte man auf Anfrage, dass die Verkehrsprognose noch nicht erstellt worden ist. Sie sei aber für das jüngste Treffen aber auch gar nicht in Aussicht gestellt worden, so Ministeriumssprecher Marco Kreuter. Vermutungen aus der A44-Runde, Verkehrsminister Al-Wazir spiele auf Zeit, wies Kreuter entschieden zurück.

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