Oberkaufungen

Streit um Bebauung von DRK-Gelände: Anwohner gründen Bürgerinitiative

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Kämpfen für den Erhalt der Wiese unterhalb der DRK-Klinik: Kerstin Hanisch (von links) Prof. Dr. Werner Konermann, Connie Tröndle, Sprecherin der BI, und ihr Stellvertreter Peter Vesely. Foto:  privat/nh

Kaufungen. Der Widerstand gegen die vom Verein "DRK Heime und Anstalten" geplante Umwandlung einer rund 10.000 Quadratmeter (anderthalb Fußballplätze) großen Wiese am Ortsrand von Oberkaufungen in Bauland formiert sich weiter.

Am Donnerstagabend haben Anwohner des an der Straße In der Rose gelegenen Areals und weitere Gegner des Projekts eine Bürgerinitiative (BI) gegründet. Wie deren Sprecherin Connie Tröndle am Freitag schriftlich erklärte, sei es das Ziel des Zusammenschlusses, „ein wahres Kleinod der Natur vor der Zerstörung durch eine Bebauung zu bewahren“.

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Wie berichtet, sehen die Pläne des DRK acht bis zehn Bauplätze vor. Im März hatte das Kaufunger Gemeindeparlament mit großer Mehrheit beschlossen, die zwischenzeitlich auf Wunsch des DRK gestoppte Bauleitplanung für das Gelände fortzusetzen. Dagegen setzten sich die Anwohner in rund 30 Einwendungen zur Wehr.

Die Folge: Der für die Änderung des Flächennutzungsplans zuständige Zweckverband Raum Kassel (ZRK) hat das Verfahren auf Eis gelegt und verlangt ein neues Gutachten zur Flora und Fauna der waldnahen, jahrelang als Pferdeweide genutzten Südlage.

Der Begriff Pferdeweide ist den BI-Mitgliedern ein Dorn im Auge. Dieser werde ebenso wie die Bezeichnung Baulücke der ökologischen Bedeutung des Geländes nicht gerecht. Tatsächlich handele es sich um den „letzten Rest eines ehemals durchgehenden Grüngürtels am nordöstlichen Ortsrand von Kaufungen“, so BI-Sprecherin Tröndle, die auch Gemeindevertreterin der Grünen ist. Die Besonderheit des Biotops bestehe in dem „äußerst artenreichen Übergangsbereich von Wald in Offenland“. Kritik bei den 16 Gründungsmitgliedern der Bürgerinitiative erntete der Zweckverband Raum Kassel für Teile seiner Stellungnahme zu den Plänen. Unter anderem stellt der ZRK den bestehenden Hohlweg zur Disposition - wegen der angeblichen Unerreichbarkeit des Geländes für die Feuerwehr.

Anmerkung der Redaktion: Wir hatten mit der BI-Sprecherin ein Wortlaut-Interview vereinbart. In dem Gespräch sollten auch kritische Fragen gestellt werden. Die BI sagte den Termin am Freitagmittag ab und schickte stattdessen eine Erklärung. Diese haben wir redaktionell ausgewertet.

Von Peter Ketteritzsch

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