Streit um Ersatzteil für Opel

Kaufunger klagt gegen Autowerkstatt

Kaufungen/Kassel. Diplomatische Zurückhaltung ist die Sache des Klägers nicht. „Zug um Zug bin ich über den Tisch gezogen worden“, schimpfte der Mann im Gespräch mit der HNA. „Das war ein regelrechter Betrug.“ Es geht um sein Auto.

Und der Grund des Grolls ist ein ABS-Steuergerät, das seine Autowerkstatt in den zwölf Jahre alten Opel Omega eingebaut haben will – aber, so ist der Kaufunger überzeugt, gar nicht eingebaut hat. Jetzt trafen sich beide Seiten vor dem Kasseler Amtsgericht – in der zivilrechtlichen Abteilung. Noch. Wenn die Vorwürfe des Klägers zutreffen sollten, könnte jedoch auch ein Strafverfahren folgen. Erst einmal aber will der Kaufunger nur die 852,12 Euro zurück, die er für den angeblichen Einbau gezahlt hat. Die beklagte Firma hatte zunächst ein von ihm in Polen beschafftes Gebrauchtgerät in den Wagen eingesetzt – und dann mitgeteilt, dass dieses Gerät leider nur teilweise funktioniere. Man könne ihm aber ein (mehr als doppelt so teures) Ersatzteil anbieten, das man selbst aufgetrieben habe.

Der Kläger sagte ja. Und schöpfte Verdacht, als nach dem vermeintlich neuerlichen Aus- und Einbau nur ein defektes ABS-Gerät im Kofferraum lag.

Nach der Konsultation eines Kfz-Sachverständigen war er sich endgültig sicher: Es sei lediglich sein in Polen erworbenes Ersatzteil flottgemacht worden. Also: Betrug. Was der Werkstattleiter vor Gericht bestritt: „Ich bin sicher, dass meine Mitarbeiter nichts falsch gemacht haben.“

Was wirklich eingebaut wurde, soll nun ein unabhängiger Gutachter klären. Denn eine gütliche Einigung – das Gericht regte an, den strittigen Betrag zu halbieren – kam für den Kläger nicht infrage. Mit einem Ergebnis wird in einem halben Jahr gerechnet. (jbk)

Rubriklistenbild: © dpa

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