Verbindung zwischen Helsa und Friedrichsbrück dicht

Streit um gesperrte Straße geht weiter

Helsa/Hessisch Lichtenau. Im Streit um die Sperrung der Landesstraße zwischen Helsa und dem Hessisch Lichtenauer Ortsteil Friedrichsbrück hat ein Erörterungstermin vor dem Kasseler Verwaltungsgericht keine Einigung gebracht.

Innerhalb der nächsten zwei Wochen will das Gericht über den Eilantrag entscheiden, mit dem sich die Friedrichsbrücker Ortsvorsteherin Ellen Ludwig gegen die Sperrung wehrt.

Seit dem Sommer ist die Straße nur noch für Lastwagen geöffnet. Damit die riesigen Mengen Aushub, die beim Bau des A44-Tunnels Hirschhagen anfallen, abtransportiert werden können, wurde eine Art Ringverkehr eingerichtet.

Die schmale Straße wird dabei auf 500 Metern in zwei Fahrtrichtungen genutzt. Auf den restlichen gesperrten Kilometern rollt ein Teil der geleerten Transporter gen Tunnel-West-Portal bei Helsa. Ortsvorsteherin Ludwig hat neben dem Eilantrag auch Klage eingereicht. Sie wird dabei von der Dorfgemeinschaft unterstützt. Damit allerdings das Gericht ihre Anträge nicht bereits wegen mangelnder Klagebefugnis ablehnt, muss Ludwig geltend machen können, dass die Sperrung sie persönlich in ihren Rechten verletzt.

Sie verweist dabei auf ihre Fahrt zur Arbeit: Wie viele Friedrichsbrücker, die nach Kassel pendeln, muss sie zweimal täglich einen Umweg in Kauf nehmen. Aufs Jahr gerechnet, koste sie das rund 1000 Euro, sagt sie.

Derzeit ist die Straßensperrung bis zum 20. Dezember genehmigt. Reinhold Rehbein von Hessen Mobil erklärte aber gestern, auch 2014 sei die Sperrung nötig. „Es könnte sein, dass wir auch 2015 eine Sperrung beantragen“, sagte er. Man rechne aber damit, dass dann nicht mehr so große Materialmengen gefahren werden müssten.

Zuvor hatte Heinrich Lämmert von der Bürgergemeinschaft Friedrichsbrück die Frage aufgeworfen, ob nicht längst Sperrungen bis 2016 geplant seien – schließlich seien der Forstwirtschaft schon bis dahin Ausnahmeregelungen erteilt worden.

Lämmert war als Beistand der Ortsvorsteherin erschienen. Wie sie regte er an, die Straße wenigstens als Einbahnstraße freizugeben. Das lehnten Hessen Mobil und das Verkehrsdezernat des Regierungspräsidiums ab. Die Straße sei mit fünf Metern schmal, werde aber mit hohen Geschwindigkeiten befahren und habe ein hohes Gefahrenpotenzial. Lämmerts Vorschlag, diesem Problem mit Überholverbot und Tempo-Limits zu begegnen, stieß nicht auf Gegenliebe.

Freie Fahrt auf der Straße könnte ein frostiger Winter bescheren. Dann sollen die Lkw laut Hessen Mobil nicht rollen. Und zwischen 20. Dezember und 6. Januar sei traditionell Pause im Tunnelbau. Da werde man die Straße sicher öffnen.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.