Streit um Köcher-Haus auf Sylt: Landkreis will Gebäude nicht umbenennen

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Kreis Kassel / Sylt. Der Landkreis Kassel wird das sogenannte Köcher-Haus auf der Nordseeinsel Sylt nicht umbenennen. Das erklärte Verwaltungssprecher Harald Kühlborn am Dienstag auf HNA-Anfrage.

Man wolle „gerade nicht den Mantel der Geschichte über die Sache decken", so der Sprecher.

Wie berichtet, hatte der damalige Landrat Josef Köcher (SPD) 1967 ein Grundstück am Rande des kreiseigenen Jugendseeheims Sylt bei Kampen für 1600 Mark (820 Euro) erworben und darauf ein Privathaus errichtet. Den ursprünglichen Bauantrag des Landkreises hatte er mit dem Segen des Kreisausschusses zuvor auf seinen Namen umschreiben lassen. Vorgesehen war eigentlich der Bau eines Hauses für das Personal des Jugendseeheims. 2005 kaufte der Landkreis das Haus von den Erben des einstigen Landrats zurück, laut Vizelandrätin Susanne Selbert (SPD) für einen „niedrigen sechsstelligen Betrag“. Seither trägt das Gebäude den Namen Köcher-Haus und wird als „Kreativhaus“ genutzt. In einer nicht repräsentativen Umfrage unserer Zeitung auf HNA-Online sprachen sich 64,7 Prozent der Teilnehmer für eine Umbenennung des Hauses aus.

Derweil gibt es von offizieller Seite durchaus Kritik an dem Gebaren Köchers. „Herr Köcher hat viel Gutes getan, das war nicht so gut“, sagte Verwaltungssprecher Kühlborn.

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