Schadhafter Rasen: Rentner fühlt sich ungerecht behandelt

Streit ohne Happy-End

Rasen mit Fehlern: Franz Schwarz zeigt eine der Stellen, auf denen kein Grün wächst. Noch hat sich der Rentner nicht entschieden, ob er vor Gericht klein beigibt. Foto: Dilling

Baunatal. Immer wenn Franz Schwarz von seiner Terrasse auf den Rasen schaut, packt ihn die Wut. Er sieht kahle Stellen und Löcher im Grün. „Da ist nur Klee, Klee und Moos“, schimpft der Rengershäuser. Seit drei Jahren plagt sich der Rentner mit diesem Zustand. Fast genauso lang währt nach seinen Worten das juristische Tauziehen mit dem Baunataler Gartenbauer, der damals auf seinem Grundstück gearbeitet hat (die HNA berichtete).

Dieses Tauziehen hat nun wohl kein Happy-End für den mittlerweile 84-Jährigen. Schwarz soll einem vom Amtsgericht vorgeschlagenen Vergleich zustimmen. Dadurch bekomme er 800 Euro von den seinerzeit 1500 Euro, die er an den Gartenbauer gezahlt habe, zurück, berichtet er. Aus seiner Sicht kommt das einer Niederlage gleich: Er hatte viel mehr gefordert, rund 3800 Euro Schadenersatz. Deshalb soll er nun auch den Löwenanteil der aufgelaufenen Prozesskosten zahlen, seiner eigenen wie der des Gegners. Diese dürften die Summe, die Schwarz erhält, bei Weitem übersteigen. Zum Glück habe er eine Rechtsschutzversicherung im Rücken, sagt er.

Schwarz würde gern weitermachen, doch seine Ehefrau sei den Nervenkrieg um das Rasenstück leid, berichtet Schwarz, der durch den Prozess angeschlagen wirkt. „Ich habe manche schlaflose Nacht verbracht“, sagt er. Dennoch will er sich etwas Zeit geben, bevor er sich für oder gegen den Vergleich entscheidet.

Dabei hatte es anfangs gut für den Rentner ausgesehen: Der vom Gericht bestellte Sachverständige habe bestätigt, dass der Rasen nicht fachgerecht angelegt wurde.

Er habe aber den Fehler begangen, nicht alle Vereinbarungen schwarz auf weiß zu treffen und dem Gartenbauer den geforderten Werklohn zu zahlen, ohne sich von der Qualität seiner Arbeit überzeugt zu haben, sagte der Rentner und fügt hinzu: „Mir geht es darum, dass andere gewarnt werden.“ Schwarz fühlt sich vom Gericht schlecht behandelt. Er sei kaum zu Wort gekommen. Im Prozess sei es nicht mit rechten Dingen zugegangen, der gegnerische Anwalt habe ihm ständig gedroht. Da müsse man an der Demokratie zweifeln.

DAS SAGT...

Von Peter Dilling

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